Donnerstag, 4. Februar 2016

Bullshitfreie Kochbuchrezension: "Appetite for Reduction" - Moskovitz (Vol. 6)

Datum des Originaleintrags: 25. Oktober 2014

Generelle Infos
Appetite for Reduction: 125 Fast and Filling Low-Fat Vegan Recipes
Autorin: Isa Chandra Moskovitz
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Preis: ca. 14 Euro
Sprache: Englisch Verlag: Da Capo Press
Das Buch befindet sich seit Mai 2012 in meinem Besitz

Grafik, Design und generelles Aussehen
Wer das "Veganomicon" kennt, der kennt quasi auch die Grafik dieses Buches hier. Appetite for Reduction ist ähnlich strukturiert und gestaltet wie das Veganomicon. Gut lesbare Schrift, eine sinnvolle und klare Strukturierung, Einsatz von Farben zur Abgrenzung von wichtigen Informationen - you name it! Der Titel ist in Farbe gehalten, darunter kommen die Hinweise der Portionengrösse, der "aktiven" Zeit, die man benötigt, und der totalen Zeit, die das Rezept benötigt. Diese Unterscheidung finde ich übrigens genial. Da weiss man genau, wieviel Zeit man tatsächlich in der Küche steht.
Wie auch im Veganomicon finden sich hier Hinweise zu Allergenen in Symbolen, zb. (G), wenn ein Gericht Glutenfrei ist (oder mit wenigen Veränderungen glutenfrei gemacht werden kann). Es finden sich auch Symbole wie beispielsweise (30), was bedeutet, dass das Rezept nur 30 Minuten oder weniger braucht.

Der Einführungsteil des Rezeptes ist in einer anderen Schrift gehalten, als die Zutatenliste, die wiederum farbig gestaltet ist und sich mit einem Zentimeter Einzug deutlich abgrenzt. Die darauffolgenden Arbeitsschritte sind in einer anderen Schrift gehalten, und unterscheiden sich so vom Rest des Rezepts. Die Arbeitsschritte sind weniger deutlich als "Schritte" gegliedert, sondern präsentieren sich eher im Fliesstext. Mich stört das nicht gross, es mag aber Leute geben, die dies irritiert.
Weiter finden sich im ganzen Buch auch Tipps, die in grauen Boxen präsentiert werden, sowie "Nutrition Tips", die in einer Box mit hellbordeaux-Hintergrund gestaltet werden. Diese grafische Gestaltung ist sehr angenehm, da sie sich gut abgrenzt vom restlichen Rezept. Ähnlich wird das bei den Nährwertangaben gemacht. Diese finden sich immer am Rand und sind mit der typisch bordeauxroten Schrift ebenso deutlich abgegrenzt.

Seitengestaltung Prädikat angenehm
Das Buch selber ist ein Taschenbuch, das fast quadratisch gehalten ist. Es entspricht etwa 2/3 eines A4-Formates und ist ungefähr 2cm dick. Vom Gewicht und von der Grösse her lässt es sich gut herumtransportieren, und hat somit dem "Veganomicon" etwas voraus. Superpraktisch!
Dank der einfachen Bindung lässt sich das Buch sehr gut aufgeklappt auf dem Küchentisch handhaben, ohne dass sich die Seiten verändern. Das Buch hält es auch aus, wenn man es etwas niederdrückt, um die Seiten offenzuhalten. Für die Küche ist das Buch somit super geeignet.

Wie auch das Veganomicon bzw. fast alle amerikanischen Kochbücher kommt auch dieses Kochbuch fast ohne Fotografien aus. In der Mitte des Buches findet man einen gesonderten Teil, bei dem sich Fotos von immerhin 30 Gerichten finden. Somit ist also ungefähr ein Viertel der Rezepte mit einer Illustration versehen. Die Fotografien befinden sich gestalterisch aber nicht auf einem hohen Niveau und sind meiner Meinung nach vernachlässigbar.

Inhalt
Von den Kochbüchern, die ich bisher rezensiert habe, glänzt "Appetite for Reduction" vermutlich mit der kürzesten Einführung überhaupt, wenn es um den veganen Aspekt geht. Neben dem veganen Aspekt ist dieses Buch ja auch auf einen eventuellen Gewichtsverlust durch eine eher fettarme, sättigende Küche ausgelegt. So findet sich in der Einleitung der Autorin (Zwei Seiten) vor allem die Erklärung, warum Moskovitz dieses Buch verfasst habe. In ihrem typischen angeregt-angenehmen Stil beschreibt die Autorin, wie sie in den letzten Jahren immer mehr Pfunde angemampft hat, und dass das Verfassen von veganen Backbüchern (Cupcakes, Pies, Cookies) nicht unbedingt geholfen habe, die Pfunde zu verlieren. Ausserdem sei sie mit Schilddrüsenunterfunktion und PCOS diagnostiziert worden und hätte zudem aufgehört zu rauchen.
Positiv finde ich auch, dass sie betont, es gehe nicht darum zu verzichten, und dass das Hauptziel sei, jederzeit gesättigt zu sein, statt sich auszuhungern. Ebenso interessant finde ich, dass sie in einem Absatz betont, dass der Wert einer Frau nicht von ihrem Gewicht abhänge. Sie hätte ihre Ernährung vor allem deswegen umgestellt, weil sie sich müde gefühlt habe, ihre Knie geschmerzt hätten und sie zuwenig Energie gehabt hätte. Das trägt zu einer positiven Botschaft bei, die sie sicherlich beabsichtigt hat, als sie dieses Buch geschrieben hat.

Im Endeffekt bleibt es aber ein Low-Fat Kochbuch mit der Absicht, bei der Abnahme zu helfen. (Und warum sie nur "Girls" anspricht, ist mir etwas schleierhaft. Es könnten ja auch Männer abnehmen wollen..?) Dieses Buch passt übrigens von der Philosophie her sehr gut in das Weight-Watchers-Programm, dass auf einem ähnlichen System basiert: Möglichst vollwertige, sättigende Küche mit vielen Ballaststoffen, vollwertigen Kohlenhydraten und Eiweissen, wenig Fast-Food, viel selbstgekochtem und Dingen mit niedriger Energiedichte. Deswegen hatte ich mir das Kochbuch ursprünglich gekauft - und in dieser Hinsicht enttäuscht das Buch auch nicht.
Positiv ist noch zu vermerken, dass Moskovitz nicht einfach darauf los schreibt mit einem Diätratgeber, sondern dass sie sich Hilfe von einem Ernährungsberater geholt hat, einem "Dietican" namens Matt Ruscigno.
(Anmerkung 2016: "Dietican" ist die Bezeichnung für eine Person mit Ausbildung und Zertifizierung in Amerika. "Nutrionist" kann sich dagegen jeder nennen. Gute Wahl, Moskovitz!)
Die Nährwertangaben, die im übrigen nicht nur aus Kalorien und Fett-, Eiweiss- und Kohlenhydratangaben bestehen, sondern auch aus Vitaminen und Mineralstoffen aufführen, sind also vermutlich ziemlich verlässlich. Das ist lobenswert!

Nach diesen zwei Seiten Einleitung kommt die Sprache das erste Mal auf die ideologischen Hintergründe des Kochbuchs und des Veganismus'. Neben der Abnahme, so Moskovitz, könnte man mit "Appetite for Reduction" auch ungesunde Zutaten vermeiden, den ökologischen Fussabdruck senken, die Kosten für das Lebensmittelshoppen sowie das Leid von Tieren vermindern.
Angenehmerweise verzichtet Moskovitz hier auf weitere ellenlange Ausführungen. Das machts mir sympathisch - und vermutlich macht das das Buch auch geeignet für Vegetarier oder omnivore Menschen, die sich von zuviel veganer Missioniererei eingeschüchtert fühlen.
Erwähnenswert ist übrigens auch, dass sich auf der nächsten Seite eine Konversionstabelle des amerikanischen Messsystems zum metrischen System befindet. So ist das Buch auch super für Nicht-Amis nutzbar.
In den darauffolgenden vier Seiten mit dem Titel "Mission: Nutrition" kommt der bereits angesprochene Ernährungsberäter dann zu Wort und geht auf gesundheitliche Aspekte der im Buch vorgestellte Rezepte und allgemein der veganen Ernährung ein. Wert klegt er vor allem auf die Frage "Woher beziehst du dein X?", und arbeitet sich durch eine Reihe von Mikro- und Makronährstoffen, von denen immer wieder die Frage kommt, ob sie in der veganen Ernährung zur Genüge vorkommen: Eiweiss, Eisen, Calcium, Zink, Salz und Vitamin B12.
Die Angaben zu B12 sind ansatzweise korrekt, aber auch etwas widersprüchlich. Er geht vor allem darauf ein, dass B12 sehr oft Fertig- bzw. Convenience-Produkten zugegeben wird, beispielsweise Frühstückscerealien oder Säften, und dass, wenn man solche Produkte konsumiert, ein Mangel sehr unwahrscheinlich sei. Man solle also darauf achten, zu supplementieren, wenn man darauf verzichtet. Da das Buch dazu aufruft, weniger Convenience zu konsumieren, ist dieser Hinweis ein wenig redundant. Er behauptet zudem, in "Nutritional Yeast" (Nährhefe/Hefeflocken) käme B12 vor. Dies ist nur dann korrekt, wenn der Nährhefe zusätzlich B12 beigegeben wird. Nährhefe hat sonst keinen B12-Anteil. Generell klingen seine Ausführungen etwas zu verharmlosend, in dem Sinne, dass ein echter B12-Mangel kaum vorkäme. Ich finde, man sollte die B12-Info nicht derart niederspielen, vor allem, weil man B12 quasi nicht überdosieren kann.
(Anmerkung 2016: Es kann auch sein, dass in den USA sehr viel mehr Convenience Food mit B12 angereichert wird. Wenn dies der Fall sein sollte, in Kombination mit dem Fakt, dass in den USA mehr Convenience Food und angereicherte Produkte konsumiert werden, können die Aussagen des Dietican durchaus vorsichtig als zutreffend beschrieben werden. Für europäische Leser muss gesagt werden, dass eine ausreichende Zufuhr von B12 durch Lebensmittel meistens nicht gegeben ist, und dass es auf jeden Fall ratsam ist, B12 zu supplementieren.)

Eine weitere Seite widmet sich noch den Fetten, also welche Fette man meiden sollte, welche man konsumieren soll, und so weiter. Das ist durchaus unüblich für ein Kochbuch, aber für ein Diät und Low-Fat-Kochbuch durchaus von Vorteil. Hier finden sich auch Erklärungen für Leute, die vielleicht davon noch nicht soviel Ahnung haben, und für eine Wikipediasuche bisher noch keine Zeit gefunden hatten.

Der Rezepteteil besteht aus 125 Rezepten und ist in mehrere Kapitel aufgegliedert: Salate, "Sides" (Beilagen), Gemüsegerichte, Hülsenfrüchte, Tofu- und Tempehgerichte, Nudelgerichte, Suppen und ein letztes Kapitel über "Curries, Chili & Stews". Auf Desserts verzichtet die Autorin konsequenterweise, was ich auch in Ordnung finde für das Buch.
Dafür baut sie auf mehreren letzten Seiten noch kleine Minikapitel über "The Bowl" und Sandwiches ein. Mit der "Bowl" sind Ein-Teller-Gerichte nach dem Setzkastenprinzip gemeint, die ich sehr interessant finde. Dieser Trend schwappt zurzeit auch wieder über diverse veganen Blogs und -Gruppen.
Anmerkung 2016: Yep.. Der Trend ist definitiv hier angekommen.

Erwähnenswert ist auch noch, dass einzelne Zubereitungstipps bei einzelnen Kapiteln detailliert aufgeführt sind. So findet sich in der Einführung zum Kapitel der Gemüsegerichte ein Haufen Tipps für alle möglichen Gemüsesorten. Ähnliche Hinweise findet sich beim Kapitel über Hülsenfrüchte, wenn auch etwas weniger detailliert. Dies ist natürlich vor allem für Kochanfänger sehr hilfreich!

Hummus-Indikator: Ein low-fat Basisrezept und 6 Variationen! Volle Dröhnung. (Besonders empfehlenswert: Pizza Hummus).


Umsetzbarkeit, Zutaten und Aufwand
Moskovitz betont, dass sie die Rezepte im Hinblick auf berufstätige, aktive Abnehmwillige geschrieben hat. Dies trifft in den meisten Fällen auch zu. Sehr viele Rezepte sind unter 30 Minuten machbar (und auch so gelabeled) und/oder haben nur wenig aktive Zeit bei viel inaktiver Zeit. Man kann also während der Zubereitung andere Dinge erledigen.
Ich habe einige Rezepte während meinem Praktikum getestet, wo ich jeden Tag insgesamt zwei Stunden mit dem Zug fahren musste, und lange Tage hatte. Vieles, was ich ausprobiert hatte, war auch noch superlecker nach dem Aufwärmen in der Mikrowelle, manches sogar noch besser als beim Kochen zuvor. Es hat auch meistens sehr lange gesättigt.
Ich fand die Rezepte sehr tauglich für lange Büroalltage. Auch heute koche ich noch ab und zu aus dem Buch, wenn ich zur Arbeit gehe. Der Aufwand hält sich bei den meisten Rezepten wie erwähnt gering.

Die Umsetzbarkeit ist auch gegeben. Man merkt, dass Moskovitz Ahnung vom Kochen hat. Sämtliche von mir getesteten Rezepte haben funktioniert, es gab keinen Vorfall von vergessenen Zutaten oder unklaren Arbeitsanweisungen dürfte wohl noch die exotischste gewesen sein, wobei ersteres durch eine x-beliebige Pflanzenstärke ersetzt werden kann.
Hier zeigt sich natürlich auch der Vorteil eines Low-Fat-Abnehm-Kochbuches - sämtliche Ersatzgerichte wie zb. veganer Käse, veganes Schnitzel oder aber auch nur schwer zu bekommender veganer Kuchen-/Blätterteig werden hier natürlich vermieden, auf Kosten von Basic-Zutaten wie Bohnen, frischem Gemüse, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchten usw., die man nun natürlich in jedem Supermarkt bekommt.
Bei manchen Zutaten geht Moskovitz auch auf die "Ingredient Scavenger Hunt", also auf die Zutaten-Schatzsuche, und gibt Tipps, wie man zb. an Puy-Linsen oder an Kalamata-Oliven herankommt. Diese Tipps sind manchmal hilfreich, manchmal aber auch nicht (weil auf amerikanische Supermärkte zugeschnitten).
Die einzige Zutat, die möglicherweise schwer zu besorgen ist, ist Liquid Smoke. Damit kocht Moskovitz sehr oft. Ich lasse diesen Flüssigrauch in den meisten Fällen einfach weg, was den Gerichten meistens keinen Abbruch tut. Hier merkt man halt, dass die Autorin Amerikanerin ist. Liquid Smoke bekommt man im Ami-Barbequeland vermutlich in jedem Provinzsupermarkt.
Anmerkung 2016: Mir haben sich mittlerweile zuverlässige Liquid-Smoke-Bezugsquellen erschlossen. Ich will nie wieder drauf verzichten!

Nachgekochte Rezepte
Einige Rezepte habe ich bereits 2012 nachgekocht, ein Grossteil der Rezepte habe ich im Rahmen meiner veganen Kochbuchchallenge 2013 nachgekocht. Die Rezepte boten sich vor allem deswegen an, weil sie wie bereits erwähnt gut ins Konzept der Weight-Watchers-Ernährung zum Gewichtsverlust passen.
Ich habe mehr als 30 Rezepte aus dem Buch nachgekocht. Die Rezepte erhielten von mir unterschiedliche Bewertungen. Ein Grossteil war gut oder sehr gut, einige Ausreisser nach unten gabs allerdings auch. So beispielsweise ein Salat, der an und für sich super war, bei dem für die Sosse aber eine Schalotte mitpüriert wurde. Das war dann so beissend, dass es nicht mehr schmackhaft war.
Bei manchen Gerichten hat man auch gemerkt, dass sie sehr kalorien- und fettarm waren, beispielsweise beim Bistro Broccoli Chowder. Bei diesen Fällen hat man den Eindruck, ein Rezept wirke weniger gut einstudiert als zb. im Veganomicon, wobei man da natürlich auch die hohe Messlatte anlegt, wenn man AfR mit dem Veganomicon vergleicht. Die Gerichte mit Tempeh habe ich auch etwas mager bewertet damals. Hier muss ich allerdings betonen, dass das meine ersten Versuche mit Tempeh waren. An den Geschmack von Tempeh muss man sich irgendwie erst einmal gewöhnen. Heute mag ich den Geschmack viel mehr als damals, vermutlich würden einige Gerichte von mir heute besser bewertet als damals. Wer Tempeh gar nicht mag, kann das ganze meistens auch durch Seitan oder Räuchertofu ersetzen.
Die meisten Gerichte waren aber sehr gut und schmackhaft dafür, dass versucht wurde, mit möglichst wenig Fett und Kalorien auszukommen. Hier profitiert das Buch sicherlich von Moskovitz Tauglichkeit als Köchin. Es wurde nie damit gearbeitet, einfach von altbekanntem Zeug gewisses "wegzulassen" oder mit Lightprodukten zu arbeiten, wie das in anderen Low-Fat-Kochbüchern oft der Fall ist. Stattdessen wird neues kreiert, dass auf die eigene Art und Weise sehr schmackhaft ist. Und natürlich ist das Buch eine Gemüseküche pur.

Lieblingsrezepte: Pizza Hummus(!!!), Baked Falafel

Fazit

Wer auf der Suche nach veganen Rezepten ist, die nach einer ausgiebigen Kuchen- und Cookie-Phase das Bäuchlein ein wenig reduzieren, wer Weight-Watchers oder generell eine Low-Fat-Diät oder Kalorienzähl-Diät absolviert, der ist mit Appetite for Reduction gut bedient, nicht zuletzt mit den klaren Nährwertangaben für jedes Rezept. Auch sind die Rezepte gut sättigend und machen Spass, sind meistens schnell gekocht und auch für Berufstätige geeignet.

Eine Kaufempfehlung ist das Buch vor allem für diejenigen Veganer, die ein wenig mehr Gemüse und etwas weniger Cookies in ihre Ernährung aufnehmen wollen, in der Hoffnung, einige Pfunde zu verlieren. Da ist es vermutlich das beste Kochbuch, dass zurzeit erhältlich ist. Empfehlenswert ist das Buch zudem für Allergiker: Alles ist klar ausgeschildert und sehr oft werden Alternativen präsentiert. Positiv! Wer allerdings Fotos benötigt, und/oder mit dem englischen Messsystem sowie mit der englischen Sprache nicht klarkommt, der sollte auf dieses Buch eher verzichten.
Ein Grossteil der Rezepte sind schmackhaft und lecker, bei manchen Rezepten hat man den Eindruck, dass zuwenig gut getestet oder durchdacht wurde. Aus diesem Grunde vergebe ich für "Appetite für Reduction", auch im Vergleich mit dem Veganomicon, vier von fünf Sternen! 

Cheers!
Rose

Getestete Rezepte
Spicy Blue Potato & Corn Salad; Cauliflower Mashed Potatoes (Caulipots) Curried Cabbage & Peas; Smoky Split Pea Soup; Quinoa Salad with Black Beans & Toasted Cumin Seeds; Caesar Salad with Eggplant Bacon and Caesar Chavez Dressing; Trattoria Pasta Salad with White Beans and Sundried Tomato-Walnut-Dressing; Silky Chickpea Gravy; Brussels Sprout-Potato Hash; Scarlet Barley; Mushroom and Cannelini Paprikas; Sautéed Kasha & Mushrooms with Dill; Ethiopian Millet; Mushroom Tibs; Upside-Down Lentil Shepherd's Pie; Hottie Black-Eyed Peas & Greens; Baked Falafel; Jalapeno-Cilantro Hummus; Pizza Hummus; Pasta con Broccoli; Spinach Linguine with Edamame Pesto; Miso Udon Stir-fry with Greens & Beans; Lotsa Veggies Lentil Soup; Ceci-Roasted Red Pepper Soup; Bistro Broccoli Chowder; Arabian Lentil & Rice Soup; Cauliflower Pesto Soup; Manhattan Glam Chowder; Red Lentil & Root Veggie Dal; Peruvian Purple Potato Soup; Curried Chickpeas & Greens; Potato-Spinach Curry; Smoky Tempeh & Greens Stew; 2nd Avenue Vegetable Korma

Mittwoch, 3. Februar 2016

Bullshitfreie Kochbuchrezension: "Einfach mal vegan" - Neukert/Neukert (Vol. 5)

Datum des Originaleintrags: 2. Oktober 2014

Generelle Infos
Einfach mal vegan - Küchenzauber - frisch und vollwertig
Autoren: Ingrid und Alexander Neukert
Erscheinungsdatum: 2012
Preis: ca. 14 Euro
Sprache: Deutsch
Verlag: Pala-Verlag


Grafik, Design und generelles Aussehen
"Einfach mal Vegan" kommt als handliches, kleines Büchlein daher. Es ist nur ein bisschen länger als das klassische A5-Format und weniger als einen Zentimeter dick. Angenehm ist es dabei, dass das Kochbuch trotz seinen handlichen Ausmassen mit einem Hardcover-Umschlag gebunden wurde. Wenn man eine Seite aufklappt, bleiben die Buchseiten meistens in dieser Konstellation liegen, oder die Seiten brauchten nur ein wenig heruntergedrückt zu werden. Kochen nach Rezept aus diesem Kochbuch ist somit sehr praktisch. Das Büchlein ist auch nicht besonders schwer, es eignet sich also potentiell eher zum Mitnehmen, wenn man unterwegs ist, oder ein paar vegane Kochbücher in den Urlaub mitnehmen möchte.
Die Gestaltung des Buches kann man nur als "schlicht" bezeichnen. Das bedeutet nicht, dass die Gestaltung bzw. das Layout billig wirkt, nein, im Gegenteil. Die schlichte Gestaltung der Rezepte werden durch einzelne kleine, aber feine Gestaltungselemente aufgelockert, wie beispielsweise eine Blume, die sich nach jeder Seitenzahl-Angabe befindet, sowie kleine Blümchen vor den "Tipps" unter einem Rezept.

Illustration
Mit wenigen Ausnahmen wird ein Rezept pro Seite gestaltet. Auch wenn unten noch Platz frei bleibt, wird dieser Platz nicht ums Verrecken mit dem Anfang eines anderen Rezepts gefüllt. Die Rezepte gehen auch bis auf wenige Ausnahmen nicht auf andere Seiten über. Das Kochbuch punktet hier also mit sehr guter Übersichtlichkeit. Dies setzt sich auch in der Gestaltung der Rezepte selber fort. Die Titel der Rezepte sind fett und schwarz gehalten, die Anmerkung darunter zum Rezept viel kleiner. Wiederum fett findet sich die Angabe, für wieviele Personen das Rezept ist. Die Zutatenliste ist in kursiver Schrift gehalten, die Rezeptanleitung in einzelne Punkte unterteilt, die als Aufzählung gestaltet werden.Tipps und Tricks ergänzen das Ganze, sie werden immer unten an einem Rezept drangefügt und heben sich durch eben erwähnte Blumen als visuelle Gestaltungsmittel vom restlichen Rezept ab.

Wie bei sämtlichen Büchern des Palaverlags wird auch bei diesem Kochbuch auf Fotografien der Rezepte verzichtet. Dafür gibt es unzählige Zeichnungen, beispielsweise von zwei Nudeln zusammen mit drei Stielen Rosmarin, die die Rezepte ausschmücken oder die Kapitelübersichten zieren.

Inhalt
Mit ihrem Vorwort von zwei Seiten gehen Neukerts in eine leicht andere Richtung als bisher vorgestellte Kochbücher. Sie betonen einerseits, dass sie kein wissenschaftliches Werk über den Veganismus schreiben wollen - was löblich ist. Auch betonen sie, dass ihr Buch nicht nur für den Veganer gedacht ist, sondern auch für Menschen, die einfach mal etwas Neues probieren wollen und alltagstaugliche Rezepte suchen.
Die darauffolgenden elf Seiten zum Thema "Mehr wagen und erleben" gehen denn auch eher in eine Art bildliche Beschreibung von veganer Küche. So schildern die Autoren auf einer Seite beispielsweise, wie verführerisch es riechen kann, wenn man ein Ratatouille kocht und zu Spaghetti serviert. Dies soll eine Erklärung sein, warum die beiden Autoren vegan kochen.
Die folgenden Seiten drehen sich dann auch eher um Themen, die sonst relativ wenig in Einleitungen vorkommen: "Selbst kochen", "Einfachheit", "Natürlich frisch" und ähnliches. Wichtig scheint den Autoren zudem biologischer Anbau zu sein, dem widmen sie eine ganze Seite. Ich finde die Art und Weise, wie die ersten Seiten des einleitenden Kapitels geschrieben sind, wunderbar.

Ab Seite 15 benutzen die Autoren in einem alternativmedizinisch esoterisch-angehauchtes Erzählnarrativ. Vegane Ernährung wird automatisch mit Gesundheit und dem natürlichen Wohlfühlgewicht verknüpft. So hat beispielsweise das Unterkapitel "Natürliches Wohlfühlgewicht" nicht mehr viel mit veganer Ernährung zu tun, sondern dient als Rundumschlag gegen Zucker, Fett, verarbeitete Nahrungsmittel, Weissmehl und Light-Nahrungsmittel. Dabei wird bewusst oder unbewusst ausgeklammert, dass eine vegane Ernährung weder automatisch Gesundheit noch Abnahme noch Verzicht auf Zucker/Weissmehl/Lightprodukte beinhaltet. Auch auf die "Glutamat-ist-böse"-Schiene springen die Autoren leider ohne Hinterfragen der eigenen Position oder Quellenangaben auf. Hier hätte ich mir eine stärkere Differenzierung zwischen veganer Ernährung und veganer Vollwertkost, die die Autoren beschreiben, gewünscht.
Generell fehlen mir Quellenangaben, vor allem in den Ausführungen zu "Gesundheit". Hier wird veganer Ernährung alle möglichen gesundheitlichen Wirkungen nachgesagt, so könne eine "ausgewogene und individuell passend zusammengestellte plfanzliche Kost mit viel Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Nüssen" (S. 16) unter anderem bei Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und sogar Gicht helfen.
Ich bezweifle nicht, dass vegane Ernährung gesundheitliche Vorteile bringen kann, ich bin aber der Meinung, wenn man eine solch komplexe Behauptung aufstellt, sollte man besonders gut belegen und zitieren können. Desweiteren sollte auch erwähnt werden, dass eine vegane Kost auch unausgewogen sein kann und der Umstieg zum Veganismus nicht automatisch alle Leiden sofort heilt. Zudem ist es immer einfach zu sagen, eine "ausgewogene" und "individuell passend zusammengestellte" Kost sei gesünder als eine "normale" Kost. Das lässt sich aber bestimmt auch für ausgewogene omnivore oder vegetarische Kost mit viel Gemüse und Vollkornprodukten sagen. Was genau eine "ausgewogene" Kost ist, bzw. wieviel Gemüse, wieviel Obst und dergleichen man zu sich nehmen solle, erläutern die Autoren aber nicht. Der unerfahrene Leser wird im Unklaren belassen und ist möglicherweise enttäuscht, wenn durch die vegane Ernährung nicht eine automatische Gewichtsreduktion oder Krankheitslinderung eintritt. Dies ist kontraproduktiv!
Weitere unwahre Behauptungen auf diesen Seiten umfassen beispielsweise die Verknüpfung von tierlichen Nahrungsmitteln mit Gicht, von Milchprodukten als Ursache für Akne, Allergien und Ekzeme. Und dann wird auch noch von der Homöopathie gefaselt, die "Zusammenhänge zwischen Kopfschmerzen, Erkältungen sowie Asthma und Milchunverträglichkeit" (S. 17) beobachten könne.
Dann wenden sich die Autoren erneut dem Zucker zu (der an sich ja nicht unvegan ist) und behaupten auch noch, ADHS könne vermindert werden, wenn man auf Zucker verzichte. Erstens ist dies eine wissenschafltich überholte Aussage, und zweitens berührt das Leser, die ADHS haben, womöglich unangehem, wie beispielsweise mich direkt. Verzicht auf Zucker hat zudem wenig mit veganer Kost an sich zu tun, sondern ist wiederum allerhöchstens Bestandteil veganer Vollwertkost.

Auf diesen Seiten disqualifizieren sich die beiden Autoren ganz stark. Wenn der Einleitungssatz, man wolle kein wissenschaftliches Buch vorlegen, nur dahingehend gemeint war, dass man einfach Behauptungen in den Raum stellt, ohne sie zu belegen, dann ist das ein falsches Etikett. Auf diese ganzen Gesundheitsaspekte hätte man dann konsequenterweise verzichten müssen!
Leider wäre es aber auch nicht anders zu erwarten gewesen. Die beiden Autoren sind gemäss Eigenbiografie auf S. S. 190 seit 20 Jahren im Bereich "energetische Heilung, Persönlichkeitsentwicklung und Homöopathie" tätig. Wenn man dies berücksichtigt, ist es sogar verwunderlich, dass nicht noch mehr esoterische Verknüpfungen gemacht werden.

Nachvollziehbarer und passender sind höchstens noch die Ausführungen auf S. 18. Hier beschreiben die Autoren, womit sie gute Erfahrungen gemacht haben. Da dies als eigene Erfahrung beschrieben wird, ist dies schon legitimer und klar als anekdotische Evidenz definierbar. So kann man Aussagen, dass es für sie gut wäre, kohlenhydratreiche Lebensmittel nicht mit eiweissreichen Lebensmitteln zu kombinieren, einfach auch als individuelle Erfahrungen sehen, die nicht einfach generell als ultimative Wahrheiten ausgegeben werden.

Aspekte der veganen Warenkunde, des veganen Vorratsschranks oder generell Definitionen, was vegane Ernährung sind, fehlen ganz. Wenigstens eine Kurzdefinition hätte man noch einbeziehen können, eben weil sich das Buch per Eigenerklärung ja auch an Nicht-Veganer richtet. Auch ein Hinweis auf B12 wäre erwünschenswert. Zwar schreiben die Autoren, pflanzliche Kost enthalte nicht genügend B12, dies aber nur in einem Nebensatz. Auf Supplementierung wird nicht eingegangen. Fairerweise muss erwähnt werden, dass die Autoren auch auf keinen bekannte B12-Mythos reinfallen.

Zu den Rezepten: Das Buch bietet 140 Rezepten, eine stolze Zahl für ein so kleines Buch. Unterteilt ist es in klassische Kategorien wie "Pasta" oder "Salate" oder aber auch "Köstliches aus nah und fern" oder "Pesto und Antipasti". Was beim Inhalt fehlt sind klassische Dessertrezepte. Dies ist allerdings weiter nicht den beiden zu, dass sie - statt Desserts - vermutlich wirklich vorwiegend Obst konsumieren. Insofern ist es nur konsequent, auf viele Backrezepte zu verzichten. Meines Erachtens ist es auch gar nicht nötig, dass ein veganes Kochbuch alle Aspekte veganer Küche abdeckt. Mittlerweile gibts ja auch ganz viele vegane Backbücher, die diesem Teil der Küche ganz viel Aufmerksamkeit widmen.

Was erwähnt werden sollte, ist, dass es sich wirklich um explizite Vollwertküche handelt. Bei den Grundrezepten findet man eher Rezepte für selbergemachte Nudel- und Hefeteige, statt veganisierte "Omnivorenküche" wie es in anderen Kochbüchern üblich ist. Man merkt es den Autoren an, dass sie Wert darauf legen, keine bekannten omnivoren Gerichte "nachzubauen", sondern ihren ganz eiegenen Stil zu pflegen. Dies ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass die Autoren zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buchs nach eigenen Angaben bereits seit 17 Jahren vegan essen. Das ist eine sehr, sehr lange Zeit zum Experimentieren, zum Wandeln des eigenen Geschmacks und zum Überwinden eventueller omnivorer Gelüste. Wer also explizit auf der Sche ist nach einem Ersatzprodukte-freien Kochbuch (mit Ausnahme von Lasagne und Pizza), der wird hier fündig. (Ich selber mag ab ab und an gerne ein vegan nachgekochtes omnivores Gericht wie zb. Zürcher Geschnetzeltes aus Seitan.)

Auch wenn es sich bei den vorgestellten Rezepten um vollwertige Rezepte handelt, fehlt meines Erachtens doch ein sehr wichtiger Aspekt, der sich durch das ganze Kochbuch zieht. Die Autoren sagen, sie verzichten darauf, Kohlenhydrate mit Eiweisshaltigem zu kombinieren, der einfacheren Verdauung wegen. An und für sich finde ich das eine gute Idee. Allerdings substituiert sie nur sehr selten mit eiweissreichen Hülsenfrüchten, Quinoa oder Bohnenprodukten. Hier tut sich eine ziemlich einseitige und vor allem mangelhafte Ernährung auf. Auf der Ebene der Rezepte führt dies in einigen Fällen dazu, dass die Rezepte irgendwann einseitig daherkommen. Man muss sich ständig noch überlegen wie man jetzt eine gewisse Eiweissportion dazumogeln kann. Für mich sind viele der Rezepte in diesem Sinne eben nicht "vollständig", sondern müssen ergänzt werden. Das macht es für mich ein wenig mühsam, ehrlich gesagt.
Zudem gehört für mich in eine klassische vollwertige Küche neben ganzen Getreidekörnern wie Dinkel oder Gerste eben auch Hülsenfrüchte. Man muss Tofu und Seitan wirklich nicht mögen oder unterstützen, auch wenn sie keine "Ersatzprodukte" sind. Aber auf Hülsenfrüchte zu verzichten finde ich grenzwertig. Gerade Hülsenfrüchte aller Art sollten bei jedemVollwertköstler, der Wert auf eine gesunde Verdauungsfunktion und ein "natürliches Wohlfühlgewicht" legt, auf dem Teller landen - und zwar mehrmals pro Woche.

Hinweise zu den Allergenen finden sich in diesem Buch keine. Bei Soja ist dies redundant, da kein Soja verwendet wird, Glutenhaltige Lebensmittel kommen auch eher selten zum Einsatz. In diesem Sinne ist es für dieses Kochbuch nicht wirklich relevant, dass diese Hinweise fehlen. Was allerdings fehlt, sind übersichtliche Zeitangaben. Die hätte ich mir gewünscht, und ich bin sicher, die hätten jeweils ganz gut neben die Portionenangaben gepasst.

Hummus-Indikator: Keins! That's a first!

Umsetzbarkeit, Zutaten und Aufwand
Hier kann das Buch die meisten Pluspunkte ergattern. Weil sich die Autoren für eine ökologische und regionale Ernährung einsetzen, weil die Autoren auf vieles Eiweisshaltiges verzichten und generell eine Vollwertküche pflegen, finden sich in den Rezepten ausschliesslich Zutaten, die man im normalen Supermarkt, sogar auf dem Wochenmarkt bekommt. Die Basis ist fast immer Gemüse. Das macht die Zutaten sehr erschwinglich für schmale Budgets und es macht die Zutaten leicht erhältlich für den Veganer, der mitten in der Pampa lebt.
"Einfach mal vegan" ist von der Erhältlichkeit der verwendeten Zutaten her vielleicht sogar noch angenehmer als das OX-Kochbuch 5. Die Rezepte sind auch zu einem Grossteil eher einfach gehalten. Der Aufwand ist auch nicht wirklich extrem gross, meistens bestehen die Kochanleitungen aus drei bis fünf Schritten. Einige Rezepte haben gar nicht funktioniert. Ein Beispiel dafür wäre mein x-tes fehlerhaftes Spätzlerezept (Spätzle mit herbstlicher Pilzsauce (S.114), wo mir die Spätzle auseinandergefallen sind, ebenso haben die Grünkernbratlinge (S. 61) nicht funktioniert.


Nachgekochte Rezepte
Im Rahmen meiner Kochbuchchallenge habe ich 28 Rezepte aus dem Buch "Einfach mal Vegan" getestet. Mein Fazit ist durchwachsen. Einerseits gab es tolle Highlights wie beispielsweise die Rigatoni mit sommerlicher Gemüsesosse oder der italienische Fenchelsalat mit Zitrone. Andererseits haben die meisten anderen Rezepte auf meiner Bewertungsskala eher eine 3 oder eine 4 von fünf möglichen Punkten bekommen. Dafür gibt es einige gute Erklärungen. Einerseits ist das der bereits oben erwähnte Mangel an Hülsenfrüchten und generellen pflanzlichen Eiweissen, der die Rezepte leider viel zu oft auf die Formel "Kohlenhydrate plus Gemüse" reduziert.
Die Rezepte enthalten auch sehr viel Fett, obwohl die Autoren in ihrem Vorwort eigentlich über einen zu hohen Fettgehalt klassischer Nahrung wettern. Ich habe fast überall das Fett problemlos reduziert - meines Erachtens ist es total übertrieben, auf einen Salat 8-10 EL Öl zu geben.

Ein weiterer Punkt ist die Vielfalt. Mir war das Buch subjektiv gesehen zu wenig vielfältig, was sicherlich auch mit dem ersten genannten Punkt der fehlenden Grundnahrungsmittel Hülsenfrüchte zu tun hat. Es gab zuviele Suppen-, Aufstrich- und Pastarezepte. Wirkliche Knaller waren selten, und viele der Rezepte waren so "basic" gehalten, oder täuschten in ihrer Aufmache ("scharfe" unscharfe Gemüsesuppe), dass das Buch für mich nicht wirklich ein Erfolg war.
Wohl der wichtigste Kritikpunkt neben den fehlenden Eiweissträgern ist folgender: Die Autoren haben keine Ahnung von Gewürzen! Im Vorwort versuchen sie noch zu rechtfertigen, warum sie Currypulver so oft verwenden - aber das Argument überzeugt in der Praxis einfach nicht. Es wird bei jedem einzelnen Rezept eine Prise Currypulver, Muskat und Paprika hinzugefügt. Dies liess mich nach einigen Rezepten nur noch den Kopf schütteln. Die immergleiche Geschmackskombination geht einem irgendwann gehörig gegen den Strich, vor allem, weil sonst kaum Gewürze an sich vorkommen.
Abseits von diesem Gewürztrio haben die Autoren - so scheint es, überhaupt keine Ahnung von Gewürzkombinationen oder Schärfeskalen. So schmeckt beispielsweise der indische Reissalat (S.95) überhaupt nicht indisch (trotz Currypulver!), sondern erinnert an einen schlichten, konventionellen Reissalat. Und auch die scharfe Gemüsesuppe (S.31) hat das Prädikat "scharf" nicht wirklich verdient - kein Wunder, die Autorin mischt nur ein bisschen Pfeffer und frischen Knoblauch hinein.

Lieblingsrezept: Italienischer Fenchelsalat mit Zitrone, Tagliatelle al limone

Fazit
Die Rezepte sind zwar einfach, die Zutaten sehr gut erhältlich - aber an der Umsetzung und der Durchführung der Rezepte mangelt es an einigen Stellen. Das fängt bei mangelnder Gewürzkenntnis an, und hört da auf, wo Rezepte nicht funktionieren. Dies kombiniert mit fragwürdigen Assoziationen und Aussagen, teilweise inkorrekten und nicht belegten Fakten im einleitenden Teil führt dazu, dass ich "Einfach mal vegan" von Neukert und Neukert nur zwei von fünf Sternen geben kann. Eine Kaufempfehlung kann ich nur dann aussprechen, wenn sich jemand explizit Rezepte für eine vegane Vollwert wünscht, und das nötige Kochwissen hat, um Rezepte nach dem eigenen Geschmack zu modifizieren, vor allem in Bezug auf Gewürze und co.
Für Einsteiger ist das Buch allerhöchstens als Ergänzung zu nährwerttechnisch besser zusammengestellter pflanzlicher Kost zu empfehlen. 2 von 5 Sternen.

Cheers!
Rose

Getestete Rezepte
Rigatoni mit sommerlicher Gemüsesauce; Penne mit Brokkoli und Zitrone; Tagliatelle al limone;  Spaghetti mit Knoblauch und frischem Ingwer; Tagliatelle siciliana; Papardelle con funghi; Fusilli mit roten Linsen; Lasagne; Mangoldlasagne; Marinierte Champignons; Grünkernaufstrich;  Linsenaufstrich orientalisch; Toskanischer Linsenaufstrich; Italienischer Fenchelsalat mit Zitrone; Rote-Bete-Karotten-Salat; Italienischer Nudelsalat; Indischer Reissalat; Ungarisches Paprikagemüse; Spätzle mit herbstlicher Pilzsauce; Scharfe Gemüsesuppe; Klare Kohlrabisuppe; Lauchsuppe; Italienische Linsensuppe; Petersilienwurzelsuppe; Grünkernbratlinge; Mangoldgemüse mit Champignons; Grünkern-Karotten-Auflauf; Pikante Kartoffeltorte mit Kräutern der Provence

Bullshitfreie Kochbuchrezension: "Das Ox-Kochbuch 5" - Hiller/Herzer (Vol. 4)

Datum des Originalpostings: 29. September 2014

Generelle Informationen
Das Ox-Kochbuch 5: Kochen ohne Knochen
Autorin: Uschi Herzer, Joachim Miller
Erschienen: 2012 Preis: ca 10. Euro
Sprache: Deutsch
Verlag: Ventil Verlag
Das Buch befindet sich seit Anfang 2013 in meinem Besitz.
Grafik, Design und generelles Aussehen
Das Ox-Kochbuch ist ein Handtaschenkochbuch, so scheint es mir fast. Kaum dicker als ein Zentimeter, im handlichen A5-Format und wegen der konsequenten Verwendung von Papier sehr leicht und biegsam gehört es eher zur robusteren, einfacheren Sorte der Kochbücher. Es ist ganz sicherlich kein Hochglanzkochbuch - das würde auch dem Preis nicht entsprechen, denn erschwinglich ist das Buch auf alle Fälle. 

Verarbeitet ist das Buch solala - man muss die Seiten recht stark herunterdrücken, damit das Buch auf der richtigen Seite liegenbleibt. Die einfache Verarbeitung lädt auch dazu ein, den Buchrücken zu überdehnen. Das hat bei mir dazu geführt, dass ein Grossteil des Buchrückens sich von den gebundenen Buchseiten gelöst hat. Einige Seiten sind lose geworden und können potentiell aus dem Buch fallen.
Die Gestaltung selber ist gut aufgemacht. Die Titel der Rezepte sind fett und in Farbe gehalten, je nach Rezeptkapitel in einer anderen Farbe. Darunter folgt klein die Anmerkung, wer das Rezept verfasst hat, für wieviele es ist, und natürlich auch - gemäss der OX-Kochbuchtradition - welche Band oder welche CD man dazu hören sollte. Die Zutatenliste ist tatsächlich als Liste aufgemacht, mit Punkten vor jedem Produkt, und ist zudem in dicker Schrift verfasst, die sich wiederum von den nachfolgenden Rezeptanleitungsschritten abhebt.
Die Rezeptanleitungen sind nummeriert, und entsprechende Hinweise zum Rezept finden sich immer am Ende, hingewiesen wird durch einen Pfeil. Es ist also alles schön logisch geordnet und entsprechend symbolisiert, fast wie in einem Worddokument mit unterschiedlichen Aufzählungen, Nummerierungen und dergleichen. ;)
Die Schrift ist gut lesbar, das muss sie auch sein, denn sie ist doch recht klein. In den meisten Fällen sind die Seiten mit zwei Spalten gefüllt. Ein Rezept folgt einem anderen nach, es wird kaum Platz vergeudet. Das führt allerdings in vielen Fällen dazu, dass ein Rezept auf der nächsten Seite fortgesetzt wird. Die Rezepte sind nicht alle bebildert. Tatsächlich finden sich nur bei einem kleinen Teil der Rezepte tatäschlich Bilder, und die Bilder, die es gibt, sind eher ein wenig amateurhaft, muss ich sagen.
Womit das OX-Kochbuch punktet, sind die vielen liebevollen Illustrationen, die zb. in die Kategoriendeckblätter eingebaut sind, oder teilweise direkt das Rezept präsentieren. So wie das Titelblatt gestaltet ist, solche Darstellungen illustrieren jedes Kapiteldeckblatt - immer wieder für einen Lacher gut.

Inhalt
Das Ox-Kochbuch ist nicht das erste seiner Art. Bereits wurden in der Ox-Reihe vier weitere Kochbücher herausgegeben. Was das fünfte Buch allerdings von diesen Vorgängern unterscheidet, ist, dass nur noch vegan gekocht wird. Die anderen vier Bücher waren vegan-vegetarisch. Hiller/Herzer gehen in ihrem einseitigen Vorwort auch darauf ein. Sie schildern, dass dieses vegane Buch ihre Entwicklung der vergangenen Jahre wiederspiegle, da sie "nach vielen Jahren als Vegetarier den entscheidenden, konsequenten Schritt hin zuur veganen Ernährung getan" hätten. Dafür hätten "ethische, gesundheitliche und ökologische Gründe gleichermassen" eine Rolle gespielt (S. 3).
Kein veganes Kochbuch kommt ohne einleitende Worte zum Veganismus aus. Auch bei dieser Kochbuchrezension kann dieser Punkt abgehakt werden. Auf sechs Seiten gehen die Autoren unter anderem darauf ein, was Veganismus bedeutet, und wie sich Veganer vom Vegetarier unterscheiden. Sie gehen auch darauf ein, was Veganer denn so für Menschen seien, und betonen, dass Veganer alles essen dürften - aber eben nicht wollen.
Ich finde es charmant, dass die beiden Autoren auch auf das von Omnivoren oftmals als "missionarisch" betrachtete Gehabe eingehen, und versuchen zu erklären, warum einige Veganer diesen Drang fühlen, auf Tierleid hinzuweisen. Im darauffolgenden Abschnitt führen sie dann entsprechend auch aus, was "falsch" ist am Konsum von Tierprodukten. Der Tonfall, der durchaus sehr erklärend ist, und nicht als gehobener Zeigefinger daherkommt, gefällt mir gut, auch wenn ich nicht ganz sicher bin, ob ich dieser Art von Aufklärung in einem Kochbuch positiv gegenüber stehen soll. Auch die Ausüfhrungen zur Heterogenität der "veganen Szene" finden ihren Platz, was ich wirklich gut finde. Die weiteren vier Seiten erklären, welche Produkte man wie ersetzen kann, wie man vegane Sachen erkennt und die restlichen Aspekte veganer Warenkunde, die für einen Neu-Veggie relevant sind.
Man merkt, dass die beiden Autoren stark von einem ethisch-ökologischen Aspekt her denken und auch so argumentieren. Die gesundheitlichen Aspekte überlassen sie dann jemandem, der fachlich kompetenter ist als sie selber. Sie lassen auf weiteren drei Seiten nämlich Dr. Markus Keller zu Wort kommen. Keller ist Ernährungswissenschaftler und Leiter des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE), ebenso Mitvefasser des Standardwerks "Vegetarische Ernährung" vom UTB Verlag. In der Vergangenheit ist er mir vor allem sehr positiv aufgefallen, weil er eine stark wissenschaftlich, rational-logische Betrachtung des Themas Veganismus pflegt. Er kann seine Aussagen begründen, belegen, er kann Studien korrekt interpretiern und einschätzen und er verfällt nicht diesem einseitigen "Vegan ist total gesund, es gibt keine Kritikpunkte daran!!11"-Bias, dem leider soviele naturwissenschaftlich nicht gebildete Veganer verfallen. So brauche ich dann auch nicht zu erwähnen, dass in seinen Ausführungen korrekte Fakten bezüglich B12, Vitamin D, Kalzium und anderen Mikronährstoffen, die der Veganer braucht, zu finden sind.
Ein grosser Pluspunkt ist die Erwähnung von Vitamin B-12-Analoga und der Mythos, in fermentierten Dingen wie Sauerkraut und Tempeh fänden sich genügende Mengen an Vitamin B12. Für ihn ist klar: Um eine Supplementierung kommt man nicht herum. Das gibt einen Anti-Eso, Pro-Wissenschaft Pluspunkt! So wünschte ich mir das für sämtliche Kochbücher. (Das Ox-Kochbuch steht hierbei übrigens stark im generellen Tenor, den auch das Kochen ohne Knochen-Magazin verwendet - das gehört ja auch zum selben Verlag/zur selten Redaktion. Für mich eine der besten und sachlich fundiertesten Informationsquellen zu veganer/vegetarischer Ernährung, dies gibt.)

Das Ox-Kochbuch enthält ungefähr 200 Rezepte. Sie sind aufgegliedert in die üblichen Kategorien wie Salat, Suppen, Snacks, Hauptgerichte, Aufstriche, Süsses. Eine etwas ungewöhnliche Kategorie ist wohl der Unterpunkt "Nachgebautes", in dem Dinge wie Remoulade, Frischkäse, Schmelz zum Überbacken, oder Eiersalat Platz finden. Das ist insofern sympathisch, dass man hier auf einen Blick alle Rezepte vor sich hat, die eventuelle Gelüste nach tierischen Produkten befriedigen können.
Was beim Inhalt des Ox-Kochbuch nicht unerwähnt bleiben darf, ist die spezielle Art und Weise, mit der subtil und ziemlich offensichtlich mit Non-Konformität gespielt wird. Das ist wohl einzigartig für Kochbücher. Selbst Isa Chandra Moskovitz und Terry Hope Romero (Veganomicon) schaffen es mit ihren Off-the-record-Anmerkungen und Anekdoten nicht, die Fülle und Vielfalt im Ox-Kochbuch zu toppen.
Es fängt schon damit an, dass die Rezeptkreationen teilweise sehr lustige, abenteuerliche Namen haben. Da gibt es den "Frühlinxsalat", den man auf derselben Seite wie den "Karbosalat" und den "Highway-Car-Crash-Salad" findet. Eine Suppe ist nicht nur eine Suppe, sondern eine "Rote-Linsen-Kartoffelsuppe mit Aufstrichpotenzial" - und aus der Suppe wird gleich noch ein Zweitrezept für einen superleckeren Aufstrich. Wer Lust auf Chicorée hat, macht doch einfach den "Coco Loco Chicorée" und ergänzt es mit einem "Fränkischen Nazi Goreng". Kichern wird man spätestens beim "Giggle-pot", einem Eintopf mit Kichererbsen. So geht das weiter und weiter und zaubert dem Leser meistens ein tolles Lächeln auf das Gesicht.
Einzigartig sind vermutlich auch die Punk-Einflüsse. Das Buch trägt nicht umsonst den Untertitel "Mehr als 200 vegane Punk-Rezepte". Jedes Rezept wird mit Musikvorschlägen ergänzt. Ich gestehe allerdings, ich habe die Musik dazu nie gehört, weil das nicht mein Musikgeschmack ist. Lustig ist es aber allemal. Die Hinweise und Anekdoten enden aber nicht dort. Auch in die Rezeptanleitungen sind sehr oft lustige Aspekte mit eingebaut. Statt "Nudeln ins kochende Wasser geben" steht da zum Beispiel: "4. Nudeln schon im Wasser? Prima" (S. 87). Statt "Bohnen putzen" steht dann da "Zuerst widmen wir uns den Bohnen. Entweder taut ihr die auf, wie auf der Packung beschrieben, oder ihr habt frische gekauft und habt jetzt die Arbeit damit." (S. 96).
Am allerlustigsten ist der erste Hinweis bei der Rote-Linsen-Suppe: "1. Warte noch mit der Platte, wir beginnen mit Kartoffelschälen, eine Tätigkeit so hässlich wie die Stille selbst. Deshalb kommt die Musik erst später." (S.38) Einzigartig, unique und zum Lachen - das ist das Ox-Kochbuch!
Was dem Buch leider fehlt sind Hinweise zu Allergenen (zb. Gluten und Soja) sowie auch Zeitangaben.

Hummus-Indikator: Ein Hummusrezept ist vorhanden, allerdings ist das Rezept nur 1/3-Spalte lang. Die Autoren wussten vermutlich, wie banal diese Kichererbsenpampe ist, und wie oft es verbreitet wird. Es gibt allerdings Guacamole-Bonuspunkte, ergänzt durch Reiswaffel-Veggiemett (das ist so'n deutsches Ding und war 2013 DER Trend in veganen deutschsprachigen Gruppen...)

Umsetzbarkeit, Zutaten und Aufwand
Die wohl exotischsten Zutaten im Ox-Kochbuch mögen Seitan-Fix und Sojasahne sein. Das steht stellvertretend als Beispiel dafür, wie unaufgeregt die Rezepte mit exotischen Zutaten umgehen. Das Ox-Kochbuch ist von den Zutaten her so simpel gestrickt wie das Buch an sich gestaltet ist. Die Küche des Ox-Kochbuch ist eine Küche für Alternative Menschen, für arme StudentInnen oder das alleinerziehende Elternteil mit knappem Budget.
Ein Grossteil der Rezepte dürfte machbar sein, auch wenn man mitten in der Pampa wohnt, wo es nur einen Discounter gibt. Es wird viel mit frischem Gemüse, mit Hülsenfrüchten und simplem Tofu gekocht. Wenn man kein Seitan erhält, auch kein Problem: Die Autoren präsentieren sogar eine Anleitung, um Seitan aus Seitan Fix selber zu machen und zb. in grösseren Mengen einzufrieren.
Dank dieser zum Grossteil einfachen, schlichten und gemüselastigen Zutaten sind die Rezepte auch zu einem Grossteil sehr einfach und gut umsetzbar. In allen Rezepten, die ich ausprobiert habe, habe ich kein einziges Mal irgendwo einen Fehler entdecken können, geschweige denn eine unklare Ausführung oder auch Zutaten, die irgendwo vorkommen, aber in der Auflistung nicht, oder umgekehrt. Neben den wirklich klar und deutlich geschriebenen Verarbeitungsschritten scheint das Buch auch sehr gut und sehr detailliert redigiert worden zu sein. Das ist wirklich erfrischend und angenehm.
Der Aufwand der Rezepte hält sich in Grenzen. Natürlich gibts Rezepte, die etwas Vorbereitung erfordern, wenn man beispielsweise Dinkelkörner am Vortag einweichen muss, oder Sojaschnetzel in Brühe einlegen soll. Die Autoren geben aber auch immer Altenrativen an, zb. den Schnellkochtopf für den Dinkel, oder Bohnen aus der Dose.
Fehlende Zeitangaben verhindern, dass ich nun genaueres darüber sagen könnte, wie sich die Autoren ihre Rezepte in der Umsetzung vorstellen. Aus meiner Erinnerung aber gabs eigentlich kein Rezept, dass deutlich länger als 30 Minuten gedauert hätte. Ich bin allerdings eine schnelle Schnipplerin.

Nachgekochte Rezepte
Augrund meiner Weight-Watchers-Karriere habe ich mich vor allem auf fettarme, sättigende Rezepte beim Nachkochen beschränkt. Die Kategorie Süsses fiel weitgehend weg. Von mir gut ausgetestet wurden vor allem die Kategorien Salat und Hauptspeisen. Dies geschah alles im Rahmen der Kochbuch-Challenge.
Es gibt für mich nur ein Wort, um das Ox-Kochbuch zu beschreiben: Genial! Ich habe soviele Rezepte nachgekocht, und ein Grossteil davon erhielt die Note Sehr gut. Mehrere Rezepte wurden auch Omnivoren serviert, die sie allesamt als genial bezeichnet haben. Meine Oma beispielsweise schwärmt noch heute vom "Thai-Soja-Schnetz", dass ich ihr zu Nudeln serviert habe. O-Ton: "Das schmeckt wirklich wie echtes Fleisch!".
Die Rezepte zeugen von einer hohen Kochkunst und Lebensmittelkunde der Autoren an sich. Das äusserte sich vor allem dadurch, dass ich eigentlich fast kein Rezept nachwürzen oder verändern musste. Das kommt bei mir eher selten vor - für meinen Gaumen sind Rezepte sehr oft ein wenig zu lasch oder zuwenig gut gewürzt.

Lieblingsrezept: Geschnetzeltes nach Gyros-Art, Thai-Soja-Schnetz, Rote-Linsen-Suppe mit Aufstrichpotenzial

Fazit
Das Ox-Kochbuch war für mich bereits nach einigen wenigen Rezepten ein klarer Kaufempfehlungskandidat. Diese Meinung hält sich bis heute. Wer ein Kochbuch sucht, dass vor Witz und Charme sprüht, dass korrekte und klare Informationen vermittelt, ohne auf B12-Lügen und Mythen hereinzufallen, dessen Rezepte fast immer gelingsicher sind, und dazu auch noch schmecken, wer ein Kochbuch sucht, dass ohne Superfoods und allzu teuren Produkten aus dem Veganversand oder Bioläden auskommt, der ist mit dem Ox-Kochbuch bestens bedient! Neben dem Veganomicon ist dies meine zweite klare Kaufempfehlung, wobei das Ox-Kochbuch den Vorteil hat, in deutscher Sprache als Ursprungssprache geschrieben worden zu sein. Die Veganomicon-Übersetzung ist relativ mies, und englisch muss man auch erstmal können. Zudem gibts im Ox-Kochbuch keine Ami-Produkte, die bei uns meistens nicht so gut erhältlich sind.
Wertung: 5 von 5 Sternen

Cheers!

Rose

Getestete Rezepte
Allzweck-Kartoffelsalat; Black is beautiful-Salat; Bohnensalat Mallorquin; Frühlinxsalat; Krautsalat mit Oliven; Marrokanischer Couscoussalat; Sauerkrautsalat; Fruchtiges Leckerschmeckerdressing ohne Öl; Brunis Linsensuppe; Chinakohlsüppchen; Rote-Linsen-Kartoffelsuppe mit Aufstrichpotential; Curry-Kokos-Suppe mit Tofu; yummi Wirsingsuppe; Töfte Köfte; Geschnetzeltes nach Gyros-Art; Couscous mit Paprika; Fränkisches Nazi-Goreng; Sauerkrautauflauf mit Kartoffelpüree; Tofu-Linsen-Bolognese; Körnerzeugs mit Paprikagemüse; Giggle-pot; Turbopfanne mit Mangold; Kräutergnocchi; oven baked white beans; Seitan selbst gemacht; Thai-Soja-Schnetz

Dienstag, 2. Februar 2016

Bullshitfreie Kochbuchrezension: "Vegan Planet" - Robin Robertson (Vol. 3)

Datum der Erstpublikation: 26. August 2014

Generelle Infos
Vegan Planet - 400 Irresistible Recipes with Fantastic Flavors from Home and Around the WorldAutorin: Robin Robertson, Vorwort von Neal Barnard (M.D.)
Erschienen: 2003 Preis: ca. 16 Euro
Sprache: Englisch (keine deutsche Übersetzung vorhanden)
Verlag: Cliff's Notes Das Buch befindet sich seit September 2012 in meinem Besitz

Grafik, Design und generelles Aussehen
Vegan Planet ist ein Monster! - ein toller erster Satz, aber es ist mir wirklich nichts eingefallen, was noch zutreffender wäre. Das Buch enthält geschlagene 400 Rezepte. Dementsprechend dick ist das Buch auch, selbst als Taschenbuchausgabe, nämlich fast 4 Zentimeter dick. Das Buch muss deswegen vermutlich auch als Taschenbuch daherkommen. Ein gebundenes Buch wäre schlicht und einfach zu unhandlich und zu schwer.
Vom Format her ist das Buch so breit wie ein A-4-Format, aber weniger hoch. Durch diese Masse lässt sich das Buch auch aufklappen und bleibt bei den meisten Seiten auch einfach so liegen, ohne dass die Seite besonders beschwert werden müssten. Einzig die vorderen und hinteren Kapitel zeigen das "Seiten-Zuklapp-Phänomen". Hier ist es angeraten, eine grosse Dose Hülsenfrüchte zum Beschweren bereitzustellen.
Ein Nachteil der Machart des Buches ist es, dass zumindest bei meinem Exemplar die Einbandseite mittlerweile recht nach oben gebogen ist. Das Buch bleibt nicht wirklich in Form - durch seine Verarbeitung ist es aber auch nicht derart "elegant", dass man Angst hat, es auf den minimal dreckigen Tisch in der Küche zu legen. Ein Kochbuch durch und durch.

In "Vegan Planet" hat man konsequent auf sämliche Fotografien verzichtet, es gibt beispielsweise keine gesonderten Teil mit Fotos in der Mitte wie beim Veganomicon. Mich stört das nicht gross - für manche Leser, vor allem nicht-englischsprachige oder Leute, die mit dem englischen noch etwas Mühe haben, kann das aber durchaus ein Problem darstellen.
Das Design ist durchaus solide. Die Titel sind etwas schnörkelig gehalten, ansonsten ist die Schrift aber klar und deutlich. Die Zutatenliste ist deutlich mit anderer Farbe von den Anleitungen differenzierbar, weitere Infos findet man in beige hinterlegten Kästen ("Did you know") oder in weisser Schrift auf grünem Hintergrund in Boxen, kleine Illustrationen findet man auf jeder dritten Seite, die das Buch trotz fehlender Fotografien etwas sympathischer wirken lassen. Pro Seite findet sich meistens nur ein Rezept, selten zwei.


Inhalt
Kein veganes Kochbuch ohne Einleitung, so scheint es mir. Auch Vegan Planet kommt nicht ohne Einleitung aus. Es wundert mich eigentlich nicht. Veganismus ist insofern auch eine Ernährung des Verzichts, des Weglassens, eine Ernährung, die - wenn nicht Rechtfertigung - doch wenigstens eine Erklärung benötigt, die gleichzeitig als Anleitung dient. In Robinsons Monstermachwerk nehmen diese Erklärungen und Anleitungen die ersten 33 Seiten ein. Es ist also eine recht angenehmer Umfang, der auf Informationen entfällt. Der Mediziner Barnard darf auch hier ein Vorwort schreiben.
"Vegan Basics" nennt sich dann der Teil, der anfängt mit einer Erklärung, was Veganismus ist, und welche Gedanken dahinterstecken (kurz und knapp formuliert in zwei Seiten), kommt Robinson auf eine "Healthy Vegan Diet" zu sprechen. (Mit "Diet" meint Robinson nicht "Diät" sondern "Ernährungsform")
Hier geht Robinson vor allem auf gewisse Stoffe ein, die dem Veganer gemäss Mainstreamideen fehlen: Aminosäuren, Eiweiss, Kalzium, Eisen. Robinson erwähnt auch B12: B12 sei in vielen angereicherten Produkten bereits enthalten sei (zb. Säften), und dass der Mensch relativ wenig davon brauche. Ihre Schlussfolgerung lautet, dass man sich also keine Sorgen mache müsse. Sie geht hier nicht unbedingt in die "Pflanzen enthalten B12"-Falle, aber ihre Schlussfolgerung bedingt, dass man genügend Produkte zu sich nimmt, denen künstlich B12 zugesetzt wurde. Das ist nicht in jedem Falle so, und viele Veganer legen ja auch Wert drauf, solche verarbeiteten Produkte wegzulassen.
(Anmerkung 2016: Es kann auch sein, dass in den USA sehr viel mehr Convenience Food mit B12 angereichert wird. Wenn dies der Fall sein sollte, in Kombination mit dem Fakt, dass in den USA mehr Convenience Food und angereicherte Produkte konsumiert werden, kann diese Aussage durchaus vorsichtig als zutreffend beschrieben werden. Für europäische Leser muss gesagt werden, dass eine ausreichende Zufuhr von B12 durch Lebensmittel meistens nicht gegeben ist, und dass es auf jeden Fall ratsam ist, B12 zu supplementieren.)

Angenehm ist es, dass die einzelnen Hinweise höchstens einen Abschnitt lang sind. Auch hier würde ich sagen, hält sich Robinson an das Credo: In der Kürze liegt die Würze. Vier Seiten zu generellen Infos und der vegane Ernährung finde ich sehr angenehm von der Länge her. Gemessen daran, dass das Buch derart dick ist, hätte man auch noch etwas mehr schreiben können. Die restlichen Seiten sind - wie der Kapitelname schon sagt - vegane Basics. Wie ersetzte ich Eier, Fleisch, Butter, Milch, welche Basics braucht's für die vegane Ernährung, wie sollte sich ein Vorratschrank gestalten, wie zur Hölle bereitet man eigentlich Tofu zu?
Besonders toll finde ich die Auflistung verschiedener Mehlsorten, von Getreidemehlen bis hin zu Sojamehlen ist hier alles dabei, auch die verschiedenen amerikanischen Bezeichnungen wie bsp. "Unbleached all-purpose flour", so dass der unwissende Europäer nachschlagen kann, welches europäische Produkt dem am ehesten entspricht.
Die 400 Rezepte, die das Buch bietet, gliedern sich wie in keinem anderen Rezeptbuch in entsprechende Kapitel. Es sind fast 20 Kapitel, was ich als sehr angenehm empfinde. Das bedeutet, dass es für kein Kapitel mehr als 30 Rezepte gibt. Was die Vielfalt angeht, kann man sagen, dass Robertson wirklich umfassend alle möglichen Ereignisse und Tageszeiträume mit ihren unterschiedlichen Essritualen und Gewohnheiten abdeckt. Angenehm finde ich, dass die Desserts nicht soviel Platz einnehmen. Ein Kapitel mit ungefähr 25 Rezepten finde ich angemessen.
Kapitel umfassen einerseits z.b. Essen für Eventualitäten (Häppchen, Rezepte zum Grillen), oder eine bestimmte Mahlzeitenart (Suppen, Salate), manchmal steht aber auch eine Nahrungsmittelkategorie im Mittelpunkt (Brote, Pizzen, Hülsenfrüchte). Man findet eine Menge Basic-Rezepte, sogar bis hin zu drei Sorten Gemüsebrühe, die man selber machen kann. Das überrascht nicht wirklich, ist das Buch doch wirklich sehr, sehr umfassend. Gemessen an der Gesamtmenge der Rezepte nehmen die Basics eine angemessene Zahl Rezepte für sich ein. Gerade so, dass man alles weiss, was man wissen sollte, aber nicht so, dass man das Gefühl hat, mit Basics wurde die Rezeptzahl hochgepusht. (Dann schon eher mit den umfangreichen Getränk"rezepten" am Ende des Buches.)
Hinweise bezüglich Soja- oder Glutenfreiheit oder sonstige Indikatoren zur Sortierung der Rezepte abseits der Kapitel fehlen allerdings komplett. Mir macht das nicht viel aus, aber ich weiss, dass das durchaus Kategorien sein können für andere begeisterte Köche.

Hummus-Indikator: Ein Hummus-Rezept auf 400 Rezepte - mehr als verzeihbar! Dafür gibts noch den Baba-Ghanoush- und den Guacamole Zusatzpunkt. Es könnte vermutlich gar nicht anders gehen bei so einem Monsterbuch.


Umsetzbarkeit, Zutaten und Aufwand
So schlicht das Buch daherkommt, so schlicht ist auch ein Grossteil der Rezepte. Generell werden sehr selten Zutaten verwendet, die man nur schwer besorgen kann (oder wenn, werden Alternativen angegeben). Die ab und an erfolgte Einsetzung von Fertigprodukten wie Sojawürstchen kann man da gut verzeihen, man muss annehmen, dass solche Produkte im Amiland einfach viel verbreiteter sind.
Für dieses Kochbuch war ich kein einziges Mal am Suchen, kein einziges Mal habe ich ein Rezept überspringen müssen, weil eine Zutat nicht erhältlich war. Die Rezepte sind auch generell gut beschrieben. Ich habe kein einziges Mal notiert, dass ein Rezept gar nicht aufgegangen ist, oder dass Zutaten in den Arbeitschritten vergessen gehen, dass Dinge nicht funktionieren und so weiter. Bei dieser Riesenfülle an Rezepten ist das ein Zeichen für eine wirklich gute Redaktion bzw. ein sehr gutes Lektorat, und auch eine fundierte Köchin, von der die Rezepte stammen.
Generell verwendet Robertson eher wenige Zutaten. Die Zutatenliste ist selten länger als 10 Zutaten, bietet oft auch Alternativen oder die Möglichkeit, Dinge zu ersetzen oder wegzulassen. Das macht die Rezepte sehr angenehm nachzukochen und führt auch dazu, dass die Rezepte zeitlich selten länger als 30 bis 40 Minuten brauchen. Vieles ist schnell nachgekocht und schmackhafte, solide Kost.

Ein Kritipunkt an dieser Schlichtheit umfasst die deutlich nicht ausreichende Würze. Das ist der Nachteil an dieser tollen Umsetzbarkeit. Viele Rezepte sind in ihrer Originalform zumindest für meinen Gaumen relativ fade. Die Rezepte bieten also eine Basis, die man je nach Geschmack noch ergänzen kann und in vielen Fällen auch muss.

Robertson kocht in den meisten Fällen für vier Personen, bei Aufstrichen oder dergleichen meistens "2 Cups". Hier punktet Robertson. Leider vermisst ein Hobbykoch zurecht übersichtliche Zeitangaben - ein dicker Minuspunkt.
Generell lässt sich das Buch sehr gut als Kochbuch für Anfänger bezeichnen. Und hier meine ich nicht Anfänger der veganen Küche, sondern generell Kochanfänger. Die Anweisungen sind klar und deutlich, nicht überladen, die Zutatenlisten übersichtlich und die Rezepte sind eher auf der einfacheren Seite gehalten. Ich würde dieses Buch als Geschenk für solche Empfänger durchaus in Betracht ziehen (man muss natürlich Englisch beherrschen.)

Nachgekochte Rezepte

Dieses Kochbuch ist vermutlich das Kochbuch, aus dem ich am meisten nachgekocht habe. Bei 400 Rezepten ist das aber auch kein Wunder. Bereits vor meiner Kochbuchchallenge hatte ich einiges nachgekocht, ein paar Sachen vor allem für das Weihnachtsbuffet bei meiner Oma 2012. Auch 2013 habe ich einiges beigesteuert. Die Sachen sind wirklich praktisch. Ich habe mich - aufgrund meiner Weight-Watchers-Karriere - eher auf die herzhaften und fettarmen Sachen beschränkt, und die Dessertkategorie z.B. vollständig weggelassen. Dennoch konnte ich aus fast jedem Kapitel irgendetwas austesten, was mich wirklich gefreut hat.
Die Rezepte, die ich getestet habe, haben grösstenteils ein "Gut" in meiner Bewertung erhalten, ab und an auch ein "Okay" (Note 3 von 5). Das ist vermutlich der Vor- und Nachteil von Robertsons Buch an sich: Einerseits sind die Rezepte solide und schmackhaft, aber andererseits auch - gerade wegen der fehlenden Würze teilweise - ein wenig zu solide und zu einfach. Mir hat oft der letzte Pepp gefehlt, der ein Rezept über alle anderen gehoben hätte. So fällt es mir auch schwer, ein deutliches Lieblingsrezept zu bestimmen.

Vegan Planet ist ein solides Grundlagenbuch. Wer nicht viel Geld hat, und ein gutes Buch sucht, dass fast alle Bereiche des Lebens abdeckt, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Man muss einfach wagen, den Gewürzschrank noch etwas mehr aufzumachen und die Rezepte auch ein wenig zu ergänzen oder abzuwandeln. Wer allerdings hochstehende, fancy vegane Küche erwartet, der ist bei Robertson falsch.

Lieblingsrezept: Kein spezifisches Rezept - aber dafür die Kombo aus Bohnen und Salbei, die ich bisher nicht kannte, die mir aber sehr gut gemundet hat.


Fazit
Solides, sehr umfassendes Kochbuch - Vegane Rezepte für alle möglichen (und unmöglichen Situationen). Hier findet jeder fast alles, was das Herz begehrt. Eine sehr gute Basis für eine vegane Kochbuchbibliothek. Die Rezepte sind manchmal allerdings etwas zu schlicht und lassen an Finesse fehlen. Deswegen bekommt das Buch von mir vier von fünf Sternen!
Nachtrag 2016: Mittlerweile bin ich im Besitz vion einigen Kochbüchern mehr. Die relativ fade Zubereitung vieler von Robinsons Rezepten bewegt mich, aus der heutigen Perspektive einen Abzug zu machen, und mein Rating dieses Buches von 4 auf 3 herunterzustufen. Würze ist nun einmal ein Qualitätsmerkmal und ein Zeichen, dass eine Köchin etwas von ihrem Fach oder von ihrem Hobby versteht.

Cheers!
Rose

Getestete Rezepte
Spinach-Mushroom Phyllo Triangles; Lemon Risotto with Peas and Scallions; Tahini Rotini with Broccoli and Lemon; Marjoram-Scented Artichocke and Chickpea Stew; Rustic Peasant Loaf with Black Olives and Sun-Dried Tomatoes; Gazpacho verde; Szechuan Hot and Sour Soup; Lentil Soup with Chard and Orzo; Thyme-Scented Wild Mushroom Bisque; Winter-Vegetable Bisque; Sassy Vegetable Gumbo; Ribollita; Barley Soup with Porcinis and Dill; Gold and Black Bean Salad; Asian Cole Slaw; Springy Tarragon Pasta Salad with Roasted Asparagus and Baked Tofu; Cumin-Spiced Wagon Wheels with Jalapeno Pesto; Black Bean Sauce with Jalapenos and Cilantro; Barley Risotto with Wild Mushrooms and Fresh Herbs;Saffron Couscous Cake with Spring Vegetable Sauté; Quinoa and Pan-Fried Corn with Orange Zest and Chives; Brown Rice and Chickpeas with Broccoli Rabe; Linguine and Oyster Mushrooms with Gremolata; Tuscan-Style Pasta with Chickpeas, Zucchini, and Rosemary; Fettucine with Red Lentil Sauce; Linguine with Sage and White Bean Sauce; Three-Flavor Pancit; Tofu and Vegetable Lo Mein; Buckwheat with Buttons and Bow Ties; Middle Eastern Lentils and Rice with Caramelized Shallots; Tuscan White Beans with Garlic and Sage; White Bean Cassoulet; Mediterranean Bean Ragout; Wheat-Meat Stroganoff; Tempeh Goulash; Tempeh and Red Bean Jambalaya with Chipotle Chiles; Tofu Vindaloo; Very Veggie Chili; Roasted Root Vegetable Chili; Anasazi Chili with Quinoa; Orange and Thyme-Scented White Bean and "Sausage" Chili; Shredded Seitan with Green Beans and Shallots; Mushroom-Soy Pastitsio; Tomato-Simmered Cabbage Packets Stuffed with Barley and Tempeh; Polenta-Stuffed Red Bell Peppers; Great Grain and Vegetable Burgers; Cool Cucumber Soup with Cilantro and Lime; Penne Puttanesca; Pappardelle Cacciatore; Curried Lentils with Carrots and Peas; West Coast Chili;  Potato Bread with Chives

Montag, 1. Februar 2016

Bullshitfreie Kochbuchrezension: "Meine Rezepte für eine bessere Welt" - Silverstone (Vol. 2)

Datum der Erstpublikation: 20. August 2014

Generelle Informationen
Meine Rezepte für eine bessere Welt - Alicia Silverstone
Autorin: Alicia Silverstone
Erschienen: Original 2010 unter dem Namen "The Kind Diet", deutsche Ausgabe 2011.
Preis: ca. 13 Euro Verlag: Arkana
In meinem Besitz befand sich das Buch von 2012 bis 2014. Ich habe es mittlerweile verkauft.

Grafik, Design und generelles Aussehen

Das Buch ist ein Harcdover mit Papierumschlag. Es ist deutlich grösser als Format A4 und relativ dick, ähnlich wie das Veganomicon. Trotz seiner etwas unhandlichen Grösse hält es gut auf dem Tisch, wenn man es umklappt. Das ist ein Pluspunkt, es gibt nichts mühsameres als Bücher, die man beschweren muss, um sie auf der Seitenzahl zu halten. Trotz des grossen Formats ist das Buch nicht schwer, es ist ziemlich handlich vom Gewicht her. Da gibt es Bücher, die kompakter, dünner sind, aber gleich schwer oder sogar schwerer.
Vom Design her ist das Buch relativ unaufgeregt gehalten. Die Schrift ist gut lesbar, die Titel sind mit roter Farbe erkennbar. Die Zutaten unterscheiden sich von ihrer Schrift her von den Rezeptanweisungen. Auch eventuelle Hinweise zur Zubereitungsart sind deutlich gekennzeichnet durch grüne Überschrift und eingezogenem Absatz. Leider ist die Schrift bei den Anweisungen manchmal deutlich zu klein geraten, obwohl teilweise noch Platz auf der Seite frei gewesen wäre. Hier hätte man sich gescheitere Setzung gewünscht.

Nicht zu jedem Rezept ist eine Fotografie vorhanden - auch hier merkt man, dass das Buch ein amerikanisches Rezeptbuch ist. Etwaige Bilder befinden sich aber direkt bei den Rezepten, es gibt also keinen gesonderten Foto-Teil im Buch wie zb. beim Veganomicon.

Inhalt
Das Buch als reines Kochbuch zu bezeichnen, wäre eine falsche Kategorisierung. Ähnlich wie die deutschsprachigen Vegan for X-Bücher von Attila Hildmann sieht Silverstone ihr Buch eher als Anleitung für eine vegane Ernährungsweise. Das Buch heisst deswegen auf Englisch auch "The Kind Diet", wobei Diet hier nicht im Sinne von "Abnehm-Diät" sondern im Sinne von Ernährungsweise oder eben Ernährungsstil zu übersetzen wäre. So ist es nicht verwunderlich, wenn mehr als die Hälfte des umfassenden Buches keine Rezepte beinhalten, sondern Informationen zur veganen Ernährung, zuur speziellen Form veganer Ernährung, wie sie Silverstone praktiziert. Ebenso finden sich auch Tipps zum veganen Abnehmen, vegane Warenkunde und Produkte, Ernährungstipps für unterwegs und Ansichten zum Sport. Das erste Rezept findet sich mit der Radicchiopizza mit Trüffelöl erst auf S. 184 des Buches.

Zu den gegebenen Informationen lässt sich folgendes kritisch sagen: Die generellen Informationen zum Veganismus beziehungsweise den gesundheitlichen Nachteilen omnivorer Ernährung sind - das muss man ihr lassen - gut geschrieben. Sie holt sich für ein Vorwort auch Dr. Neil Barnard an Bord. Viele Fakten, die sie nannt, kann man als stimmig beurteilen.
Dann gibt es aber Fakten, die vor Bullshit nur so strotzen und bei denen ich wie so oft bei veganen Kochbüchern seufzen muss. Silverstone versucht, ihre Ausführungen mit vielen Quellenverweisen zu untermauern. An einigen Stellen macht sie das aber nicht - und genau dort gibt es halt dann die Probleme. Beispielsweise wird behauptet (S. 59), dass der Verzehr von Milch dazu führe, dass der Körper mehr Kalzium verliere, als die Milch biete. Für diese Behauptung wird keine Quelle genannt. Nicht zufällig, nehme ich an. Ich habe bis heute noch keine konkrete Quelle gesehen, die diese Behauptung untermauert.
Auch tappt Silverstone in diverse Fallen, wie beispielsweise die undifferenzierte Sicht auf GMO-Produkte, Durcheinander bei der Abhandlung zu Sojabohnen (auch wenn sie nicht ganz vom Verzehr warnt, sagt sie doch, man solle den Konsum längerfristig vermeiden und höchtsens als "Leckerbissen" betrachten).
Besonders kritisch finde ich die Einschätzung, man müsse Vitamin B12 nicht supplementieren, sondern könne eigentlich genügend durch das Nichtwaschen von Gemüse aus dem Garten beziehen. Hier steht Silverstone total neben den Schuhen: Ein Durchschnittsamerikaner hat weder einen eigenen Garten noch enthält das Gemüse aus heimischen Böden genügend Vitamin B12, wenn's im Supermarkt ankommt. Gemäss Silverstone sei der Vitamin B12-Mangeln bei Veganern dementsprechend auch nicht auf den Vitamingehalt im Gemüse zurückzuführen, sondern auf "übertriebene Desinfektionspraktiken (S. 105). Das ist meines Erachtens nach total fahrlässig.
(Hier gibts ausführliche Infos, wie und warum B12-Zuführung wichtig ist.)

Nach generellen Einführungen führt Silverstone auch in ihre spezielle Ernährungsweise ein. Obwohl das Kind hier selten beim Namen genannt wird, praktiziert Silverstone mit ihrer "Superhero"-Ernährung eine Makrobiotische Ernährungsweise, die zurecht in der Kritik steht. Im Rezepteteil finden sich sowohl "normale" als auch "Superhero"-Rezepte. Hier habe ich persönlich Mühe mit der Einschätzung von gewissen Nahrungsmitteln zu "guten" und "schlechten" Nahrungsmitteln. Beim Zucker kann ichs noch knapp verstehen, aber warum Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln) in dieser Superhero-Ernährungsform von Silverstone als nicht gut gelten, und höchstens einmal die Woche oder einmal im Monat verzehrt werden sollen, ist nur mit den kruden Theorien der Makrobiotik zu erklären - und für mich somit nicht haltbar.
Der Rückgriff auf den Terminus "magische" Lebensmittel stufe ich als ebenso kritisch ein wie der Hinweis, dass man nur diejenigen Obstsorten geniessen sollte, die aus der eigenen Klimazone stammen, und das auch höchstens als "gelegentlicher Leckerbissen" (S. 131) Gemäss Silverstone kühlt zb. tropisches Obst den Körper ab und dies sei nicht gesund für einen Durchschnittsbürger in westlichen Industrieländern.
Ganz fahrlässig finde ich den Hinweis auf S. 139. Dort wird wortwörtlich empfohlen, dass man bei einer schweren Erkrankung bei sich oder bei einem Liebsten, "Bücher über Makrobiotik" lesen "und einen makrobiotischen Berater" aufsuchen solle (S. 139). Dies natürlich als "Ergänzung" zu konventionellen Methoden.

Als Fazit kann ich sagen, dass sich bei Silverstone leider eine Basis aus sehr fundiertem Wissen, durchsetzt mit abstrusen, nicht belegten, teilweise esoterisch anmutenden "Fakten" und Falschaussagen. Die Vorstellung von einzelnen "Superheroes" und die ständigen Belegungen der Eigenerfahrung zu gewissen Dingen (Asthma zb.) bringen leider auch viel anekdotische Evidenz mit in diesen Faktenteil des Buches. Das verkauft sich natürlich gut, weil es sich gut liest, ist wissenschaftlich aber nicht haltbar. Gewisse Hinweise sind gar als gefährlich einzustufen, wie oben geschildert.
Aus der Perspektive einer kritischen Leserin muss ich sagen, dass ein Grossteil dieser ersten 180 Seiten für mich durchfällt. Die ersten Teile bezüglich Tierhaltung,ethische Aspekte und Nachteile von Milch- und Fleischprodukten hätten für mich gereicht. Der Rest ist stark esoterisch angehaucht, unwissenschaftlich und beruht auf anekdotischer oder unsauberer ausgeführter Evidenz. Nicht empfehlenswert!

Kommen wir nach dieser geballten Ladung Kritik zum eigentlichen Rezeptteil. Die 120 Rezepte sind grob in zwei Teile geteilt. Einen "normalen" Teil und ein Teil "Superhero"-Rezepte (Makrobiotik). Der erste Teil besteht aus mehreren Unterkategorien, die leider wegen dem Design nicht gut voneinander differenzierbar sind. Das ist aber vernachlässigbar. Man findet im normalen Teil zb. Vollkorn- und Pastagerichte, Proteine, "Suppen, Salate und Gemüsegerichte", Frühstück und Desserts, aber auch "Snacks, Drinks und Party-Food".
Die Reihenfolge ist dabei relativ beliebig, so findet man Frühstücksgerichte zb. nach den Desserts. Positiv ist, dass man für jede Gelegenheit eine Rezeptidee findet, sei es nun für vegane Eiersandwiches zum Tee, Alicias liebste Cupcakes oder einfach ein würziges Stew für Wintermonate.
Die Superhero-Rezepte unterteilen sich in Getreidehauptgerichte, Eiweissgerichte, "Suppen, Salate und Gemüsegerichte", "Gemüsegerichte für Superheroes", "Desserts für Superheroes" und Frühstück. Auch hier scheint mir die Reihenfolge etwas seltsam, ebenso, warum es "Gemüsegerichte" und "Gemüsegerichte für Superheroes" in der Superheroes-Rezeptkategorie gibt. Das ist ein wenig redundant. Teilweise ist die Einteilung auch etwas merkwürdig - eine Tofucreme findet sich beispielsweise bei den Getreidehauptgerichten.
Ich finde die Einteilung in die normalen und makrobiotischen Gerichte sehr fragwürdig. Es wäre praktikabler gewesen, alles zusammenzufassen, und die Superheroes-Gerichte speziell zu markieren, beispielsweise mit einem "S".
Hinweise bezüglich Soja- oder Glutenfreiheit oder sonstige Einstufungen von Gerichten fehlen ebenso wie übersichtliche Gesamtzeitenangaben. Gerade die fehlenden Zeitangaben sind für mich ein grosser Minuspunkt.

Hummus-Indikator: Null! (That's a first..) - dafür aber.. Rührtofu!


Umsetzbarkeit, Zutaten und Aufwand

Die Rezepte sind mit korrekten Informationen und Zutaten angegeben. Ich habe keinen grossartigen Fehler gefunden, in den Rezepten, die ich getestet habe. Insofern ist die Umsetzbarkeit diesbezüglich gut gegeben. Was mich allerdings gestört hat, war, dass Silverstone wie wild zwischen Rezepten für 2-3 Personen zu solchen für 4 Personen bis hin zu sechs Personen wechselt. Man kann sich diesbezüglich nicht drauf verlassen, was man hier nun "vorgesetzt" bekommt als Rezept. Hier wäre eine gewisse Normierung wünschenswert gewesen.
Die Umsetzung von Silverstones Rezepten stellt sich zudem deswegen als problematisch heraus, weil Silverstone sehr viele exotische Zutaten benutzt. Ich konnte etliche Rezepte nur sehr schwer nachkochen, manches musste ich auch überhaupt zurückstellen, weil eine exotische Zutat derart im Mittelpunkt stand. Als Beispiel seien hier genannt: Umeboshi-Pflaumen und Umesu-Essig, Klettenwurzel, Lotuswurzel, Kombu, frischer Daikon, Kuzu-Pulver, Distelöl, Kabocha-Kürbis, weisses Miso, TK-Edamame, veganer Mozarella, Naturreismehl, Reissirup, "Dose vegetarisches Chili", Limabohnen, milchfreier Sauerrahm.. Ich könnte noch weitermachen.

Gerade als Anfänger bezüglich veganem Kochen und exotischen Zutaten, wie ich es 2012 noch war, stellten mich diese exotische Waren vor grosse Probleme. Manches habe ich per Zufall entdeckt, einiges konnte ich über mein lokales Reformhaus bestellen, aber vieles habe ich auch gar nicht getestet, weil es mir zu teuer war. Umeboshi-Pflaumen kosten hier in der Schweiz selbst im Asialaden ziemlich viel. Für einen täglichen Genuss, wie Silverstone rät, ist mein Budget viel zu klein. Manches wie beispielsweise veganer Mozarella oder veganer Cheddar-Käse ist auch wegen kulturellen Unterschieden schwer zu bekommen.
Das Problem hierbei ist halt, dass wirklich fast jedes Rezept in irgendeiner Art und Weise eine mehr oder weniger exotische Zutat enthält. Man muss also fast für jedes Rezept in einen Bioladen oder in ein Reformhaus. Das macht das Buch sehr unpraktisch für Leute, die nicht in einer Stadt wohnen (wie ich) oder generell für vegane Kochanfänger.
Anmerkung 2016: Einige genannte Waren habe ich mittlerweile in der Schweiz entdeckt - an den Preisen ändert sich nichts. Umeboshi-Pflaumen und Umesu sind immer noch absurd teuer.

Nachgekochte Rezepte
Aus diesem Buch konnte ich nicht soviel nachkochen, wie ich es gerne gewollt hätte. Vieles ist dem geschuldet, dass ich Produkte hier einfach nicht gekriegt habe, als ich dieses Buch als Hauptfokus meiner Testküche auserkoren hatte. Manches davon ist auch für meinen ziemlich robusten Geschmack zu exostisch (oder zu langweilig). Das x-te Pasta-Tomatensosse-Rezept habe ich nicht mal in meinen veganen Anfangstagen testen wollen. Das konnte ich mir auch vorher schon vegan machen.
Generell muss ich zu den Rezepten sagen, dass ich sie meistens okay bis gut fand. Vieles fand ich zuwenig gewürzt, ob nun bezüglich Salz oder generell den Gewürzen. Das ist aber nachvollziehbar, rät Silverstone doch davon ab, zuviel zu salzen und zuviele Gewürze zu verwenden. Die Desserts habe ich wegen meiner Weight-Watcherskarriere alle nicht getestet. Ich habe also rercht wenig nachgekocht, und ich wurde auch oft eher enttäuscht.
Was aber positiv ist, dass ich durch Silverstone auch zu vielen neuen Zutaten gebracht worden bin, die ich bisher nicht kannte. Auch wenn ich ihr Rezept für Gomashio (Sesamsalz) nicht ausgetestet habe, habe ich mir fertiges Gomashio gekauft. Und auch wenn ich ihre Vorschläge für japanische Mochi-Klebreiskuchen nicht umgesetzt habe, habe ich mir im Asialden schon öfters Mochi mit Füllung gekauft.

Lieblingsrezept: Ingwerpasta mit Zucchini (gepimpt mit Tofu oder Räuchertofu - noch immer ein sehr oft nachgekochtes Rezept.)

Fazit
"Meine Rezepte für eine bessere Welt" kann ich nur mit gemischten Gefühlen beurteilen. Ich habe den Eindruck, dass Silverstone einfach zuviel will. Gesundheitliche Aufklärung, Makrobiotik, gute Rezepte, Ernährungspläne und Weisheiten, Warenkunde. Die Einleitung ist gut, aber alle Fakten, die nach den grundlegenden kommen, sind sehr kritisch zu betrachten, teilweise gar falsch. Das makrobiotische Konzept geht für mich hinten und vorne nicht auf, und enthält mir zuviel unkritisch wiederholte Aussagen, die nicht belegbar sind.
Die Rezepte sind teilweise von absolut dämlicher Schlichtheit (Weisser Reis), manchmal von interessanter Brillanz (Ingwerpasta). In punkto Geschmack erhielten die von mir getesteten Rezepte alle zwischen drei und vier von fünf Sternen, und es gab leider nur wenig, was wirklich herausgestochen hat. Die Umsetzung gestaltet sich auch - selbst als Stadtbewohnerin - als recht schwer, da viele exotische Zutaten benötigt werden, die schwer oder nicht zu bekommen sind.Durch diese Zutaten ist die Chance meiner Meinung nach hoch, dass ein gewisser Frustfaktor bei Vegan-Einsteigern, generellen Koch-Anfängern, aber auch Leuten auf dem Land ohne Bezugsquellen eintritt.
Rating: Meine Rezepte für eine bessere Welt erhält von mir 2 von 5 Sternen - leider keine Kaufempfehlung.

Cheers!
Rose


Getestete Rezepte
Heisser Reis mit kalter Zitrone, Basilikum und Tomaten; Knusprige Tofuscheiben mit Orangendip; Gebackener Tofu mit Ingwer; Warmer Salat von Kartoffeln, Sojabohnen und Gurken; Pfirsich-Minze-Eistee; Polentaauflauf mit Seitan; Kims roter Radieschen-Tabbouleh; Reis-Pilaw mit karamellisierten Zwiebeln; Ingwerpasta mit Zucchini; Christophers Blumenkohlsteaks; Rührtofu; Sommerlicher Succotash (Bohnen-Mais-Eintopf); Risotto mit Austernpilzen, Lauchstangen und Erbsen; Gepresster Salat mit Radicchio, Radieschen und Fenchel; Gepresster Salat mit Kohl, Radieschen und Gurken; Arame-Algen mit Karotten und Zwiebeln; Grüne Bohnen mit Hijiki-Algen und Ingwer; Warmes Müsli mit Polenta, Hirse und Mais

Die Problematik von Gesundheitsseiten im Netz, am Beispiel von "Zentrum der Gesundheit"

Disclaimer Januar 2016: Dieser Text wurde im August 2014 auf meinem Blog solean.blog.de veröffentlicht. Blog.de hat auf Mitte Dezember die Server abgestellt. Ich lade ihn hier nun wieder hoch, ein wenig überarbeitet und ergänzt.

Häufig kommt die Frage auf, was es mit den Informationen der Internetseite „Zentrum der Gesundheit“ (ZdG) auf sich hat. Das ZdG macht sich zur Aufgabe, die Welt über alle möglichen gesundheitlichen Themen aufzuklären, die Themenbreite reicht von ADHS bis zu Zucker. Im folgenden werden drei Hauptaspekte aufgeführt, warum Informationen des ZdG als nicht verlässlich zu werten sind und warum man diese Seite nicht dazu benutzen sollte, Informationen über Gesundheitliches zu finden und zu verbreiten.

1) Das ZdG ist kein unabhängiges Informationsportal. Die Internetseite wurde 2011 von Neosmart Consulting AG übernommen, unter anderem Internetshops vermietet. Grosses Interesse liegt im Verkauf der Nahrungsergänzungen, Vitaminen und anderen Produkten aus dem Shop. Dies ist problematisch: Die Infos, die gegeben werden, beruhen auf dem Interesse, die eigenen Produkte zu verkaufen und das teurer als die Konkurrenz. Manche Produkte sind "nur" überteuert, andere sind teilweise für die Gesundheit gar gefährlich. (So wird beispielsweise die Einnahme von kolloidalem Silber empfohlen, was sehr problematisch sein kann.) Wenn Seitenbetreiber Verkaufsabsichten hegen, sind solche Informationen nicht als neutral zu betrachten.

2) Viele gesundheitlichen „Fakten“ die das ZdG aufstellt, sind teilweise a) haltlos, oder sogar b) gefährlich. Ein Beispiel dafür ist die Aussage, dass das HI-Virus und die dazugehörige Krankheit AIDS gar nicht existieren würde. Es sei alles "Propaganda". In einem anderen Artikel wird der Anschein erweckt, die Gerson-Therapie sei ein probates Mittel, den Krebs zu überwinden, natürlich nachdem man die Schulmedizin hinter sich gelassen habe.
Grundsätzlich gilt: Informationen, gerade im gesundheitlichen Bereich, sollten immer durch eine gut belegbare Fakten- und Quellenlage gesichert sein. Das ZdG verzichtet konsequent auf entsprechend korrektes Zitieren von Quellen. Bezüglich den Quellen wird sogenanntes "Cherry-Picking" betrieben – nur das wird verlinkt, was die eigene Aussage untermauert oder es werden inkorrekte Schlussfolgerungen gezogen. Daten sind teilweise veraltet oder falsch. Obwohl das ZdG gerne Studien verwertet und umdeutet, werden im Falle der oben erwähnten Gerson-Therapie zahlreiche Studien und Artikel unterschlagen, die die Gerson-Therapie zurecht kritisieren. Generell wird Kritik nicht zugelassen oder negiert.

3) Weil das ZdG in den meisten Fällen die eigenen „Fakten“ nicht belegen oder untermauern kann, bedient sich das ZdG sehr oft einer sehr einfachen Erklärungsmethode: Verschwörungstheorien. Es wird angedeutet, dass die Wissenschaft oder wahlweise die Pharmaindustrie absichtlich Erkenntnisse verschweigen, Studien fälschen und/oder wirksame "Heilmittel" aus der Natur oder der Küche unterdrücken würden. „Wahre“ Informationen bekäme man allein beim ZdG - Der Verbraucher, der sich nicht mit der Materie auskennt, gelangt zum Schluss, dass „alles andere“ böse ist. Wissenschaftliche Forschung ist aber in aller Regel öffentlich und transparent und jede neue Erkenntnis wird unabhängig gegengeprüft, bevor sie als gesichert angesehen wird!
Auf diese Weise schürt das ZdG beim Leser Emotionen wie Angst und Misstrauen vor unabhängiger Forschung und verkauft die eigenen haltlosen Behauptungen manipulierend als Wohlfühl- und Wellnesspaket. Hier gilt: Wem wirklich daran gelegen ist, sachliche Informationen zu vermitteln, der vermeidet diese unsachliche Ebene. Die Fakten sollten viel wichtiger sein als Emotionen!
(Einen ersten Überblick darüber, wie wissenschaftliche Studien durchgeführt werden, findet man auf der Website des EUFIC.)

Dies sind nur drei Aspekte, warum die „Fakten“ auf der Website Zentrum der Gesundheit als sehr kritisch eingestuft werden müssen.
Auch die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert das ZdG und weitere Portale im Artikel "Verkauf statt Aufklärung" wegen den oben genannten Praktiken deutlich (Direktlink aufs PDF)

Disclaimer: Dieser Text wurde unter Input und Mitarbeit der Mitglieder der Facebookgruppe "Veganismus ohne Esoterik" von mir, der Nutzerin Miriam Rose verfasst.  Zentrum der Gesundheit ist nicht die einzige problematische Website, aber die grösste deutschsprachige und diejenige, die bei Google sehr weit oben gelistet ist, und dementsprechend auch zirkuliert. Weitere problematische Seiten sind beispielsweise die englischsprachigen "Natural News" oder Mercola.com.

Kommentare werden in diesem Blog moderiert. Ich behalte es mir vor, Kommentare zu löschen, die den Anschein erwecken, sich nicht mit diesem Text auseinandergesetzt zu haben und/oder nur "ihre" Seite verteidigen wollen.

Bullshitfreie Kochbuchrezension: "Veganomicon" - Romero/Moskovitz (Vol. 1)

Disclaimer: Diese Kochbuchrezension erschien zuerst auf meinem alten Blog Rose-kocht-vegan.blog.de. Blog.de hat den Dienst eingestellt. Ich übernehme die alten Einträge in der nächsten Zeit und nütze die Gelegenheit, einige Rechtschreibfehler zu korrigieren, Angaben zu ergänzen und Formatierungen zu verbessern. Ich habe mir zudem erlaubt, den Titel der Rezensionsreihe etwas zuzuspitzen. Datum des Originaleintrags: 18. August 2014

Wie versprochen starte ich heute mit meiner losen Serie von Kochbuchrezensionen. Als erstes möchte ich mit dem Veganomicon anfangen, weil es meiner Meinung nach seinen Ruf im Amiland als "Vegane Kochbuchbibel" zurecht verdient.
Ich werde in meinen Rezensionen generell nach demselben Muster vorgehen und habe mir dafür schon eine Vorgehensweise überlegt. Es kann aber sein, dass ich später finde, es gehört noch ein weiterer Aspekt in die Rezensionen rein. Fall dem so wäre, würde ich dies natürlich auch bei älteren Rezensionen nacholen.

Gebrauchsspuren inklusive
Let's start!

Generelle Informationen
Veganomicon: The Ultimate Vegan Cookbook
Autoren: Terry Hope Romero, Isa Chandra Moskovitz
Erschienen: Oktober 2007 (Deutsche Ausgabe erhältlich seit 2014)
Preis: Zwischen 15 und 22 Euro
Verlag: Da Capo PR (De: NeunZehnVerlag)
Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe. In meinem Besitz befindet sich das Buch seit April 2012. 


Grafik, Design und generelles Aussehen
Das Buch ist ein Hardcoverbuch mit stabilem Einband. Die Texte sind gut zu lesen, die Schrift ist nicht zu klein. Obwohl es ein Hardcover ist, liegt das Buch auch offen auf dem Tisch, wenn man daraus was nachkocht. Man muss die Seiten also nicht mühsam beschweren. Das Buch ist generell recht gross, grösser als Format A4. Das macht es etwas unhandlich, dafür ist es aber vom Gewicht her nicht so schwer, wie man es bei einem Buch in dieser Grösse vermuten würde.
Das Design ist in Türkis-Blau-Grün-Tönen gehalten, mit gelben Tupfern. Ich finde es sehr angenehm zu lesen. Die Schrift ist einfach und schnörkellos. Tipps und Tricks sind deutlich von den aktuellen Rezepten unterscheidbar, sei es, ob die Infos in speziellen Kästchen zu finden ist, oder ob Tipps oder Hintergrundwissen in kursiver Schrift gesetzt wurde. Die Zutatenliste ist auch sehr gut von den Rezeptanweisungen differenzierbar.
Wie bei fast allen englischsprachigen Kochbüchern wird darauf verzichtet, jedes Bild als Fotografie zu präsentieren,. Stattdessen finden sich in der Mitte des Buchs eine Bildersammlung mit Bildern von ungefähr 25-40 Rezepten (genau nachgezählt habe ich nicht). Das macht das Buch (vermutlich) physisch um einiges leichter, aber es kann auch als Nachteil empfunden werden. Ich persönlich brauche nicht für jedes Rezept ein Bild.
So sieht's aus














Inhalt
Das Veganomicon ist kein "Themen"-Kochbuch - im Gegenteil. Es will einen Grossteil dessen abdecken, was in der (amerikanischen) Alltagsküche Usus ist. Man merkt den Fokus auf die amerikanischen Essgewohnheiten, aber das ist nachvollziehbar - schliesslich ist das Kochbuch von zwei Amerikanierinnen geschrieben, die sich halt auch so ernähren. Moskovitz ist zudem von jüdischer Abstammung, weswegen es auch Rezepte aus der jüdischen Kochtradition beinhaltet. Ein Beispiel hierbei ist der superleckere, deftige Wintereintopf "Cholent", der eines meiner ersten Rezepte war, das ich nachgekocht habe.
Zu Beginn des Buches finden sich allerdings nicht sofort Rezepte. Etwas mehr als 40 Seiten sind Hintergrundinformationen, die ich als Vegane Einsteigerin wirklich sehr nützlich fand. Moskovitz/Romero verzichten dabei, viele Worte über gesundheitliche Vorteile von Veganismus zu verlieren. So tappen die Autorinnen auch nicht in Fehlinformations-Fallen, was sie mir sehr sympatisch machen. Sie geben stattdessen handfeste, praktische Tipps wie:
Was gehört in den veganen Einkaufsschrank?
Welche Utensilien werden benötigt?
Was sind eigentlich besondere Zutaten, die man vielleicht nicht kennt?
Besonders genial fand ich die Angaben darüber, wie und wie lange man alle möglichen Hülsenfrüchte und Getreidesorten kocht, aber auch, welche Gemüse sich für welche Zubereitungsarten eignen, und wie man sie pimpen kann. Ich fand das echt supergut und ich schlage auch heute noch nach. Dank dem Veganomicon ist es mir zum ersten Mal gelungen, Bohnen so zu kochen, dass sie nicht hart waren am Ende (Salz weglassen!)

Die restlichen Seiten sind den Rezepten geschuldet. Die Rezepte sind nach ihren Kategorien im Essens-Alltag geordnet. So beginnt der Rezeptteil z.B. mit einem Kapitel über "Snacks, Appetizers, Little Meals, Dips and Spreads", gefolgt von "Brunch" und "Salads and Dressings". Eine grössere Sektion heisst "Mix and Match", wo zuerst Gemüse-, dann Getreide-, dann Bohnen- und zum Ende Seitan-,Tofu und Tempeh-Rezepte vorgestellt werden. Die Idee wäre wohl, dass man hier beliebig mischt. Es gibt aber auch eine Kategorie zu Salaten, und eine weitere zu besonderen Dressings.
Hierbei geraten die Rezepte manchmal ein wenig in ein gefühltes inhaltliches Chaos, aber sehr ausführliche Indices am Ende des Buches sowie Menüvorschläge helfen darüber hinweg.
Für vegane Einsteiger gibt es auch viele Basic-Rezepte, beispielsweise, wie man Seitan aus Glutenmehl selber herstellt, wie man vegane Mayo macht, und wie man ne Käsesauce für das typisch-amerikanische Gericht Mac'n'Cheeze macht. Im Gegensatz zu vielen anderen Kochbüchern fand ich die Tipps sehr brauchbar und vor allem vollständig. Mittlerweile sehe ich aber auch, dass ich dies vor allem gut fand, weil ich veganer Einsteiger war. Heute nerven mich solche Rezeptsammlungen eigentlich eher ein wenig. Von diesen Grundbasic-Rezeptsammlungen finde ich dasjenige vom Veganomicon aber noch am ehesten akzeptabel, weil es eben sehr ausführlich ist, und zudem passt es in das Gesamtkonzept des Buches - viel besser als bei anderen Büchern.

Generell punktet das Veganomicon durch bunte Symbole, die diverse Kategorien/Kriterien bei einem Rezept übersichtlich angeben. Darunter fallen Hinweise, ob das Gericht Gluten oder Soja enthält, ob es schnell (unter 45 Minuten) zubereitet werden kann, oder ob die Zutaten in normalen Supermärkten zu bekommen sind. Da ich mich weder soja- noch glutenfrei ernähre, war das für mich nicht wirklich ausschlagebend. Es verdient dennoch einen Beachtungs-Bonus, weil das vielen Leuten wichtig ist.

Da man in jedem veganen Kochbuch ein Hummus-Rezept findet, gibts bei jeder Kochbuchrezension auch noch den Hummus-Indikator. Auf eine ironische Art und Weise möchte ich damit andeuten, das gewisse Basic-Rezepte nun wirklich in jedem veganen Kochbuch vorkommen - und eigentlich auch weggelassen werden können. Solche Rezepte nenne ich auch gerne "Füll"-Rezepte.

Hummus-Indikator: 2 Hummusrezepte bei 250 Rezepten. Guacamole-Bonuspunkte.


Umsetzbarkeit, Zutaten und Aufwand
Die Umsetzbarkeit bei den Rezepten stufe ich als sehr hoch ein. Es gab kein einziges Rezept, dass nicht geklappt hat. Auch die Angaben stimmen grösstenteils überein. Die Rezepte sind natürlich in amerikanischen Massen geschrieben - also Cups, Ounces und dergleichen. Aber auch hier kann man eigentlich recht gut improvisieren, ausser bei den Backrezepten, da sollte man genau sein. Mir hat meine Waage sehr oft geholfen, die neben Kilogramm und Liter/Milliliter auch Pounds+Ounces und Liquid Ounces anzeigen kann. Ansonsten hilft es auch, wenn man sich bei einem Gefäss den Stand von 225 ml Wasser mit einem wasserfesten Marker markiert. Ein "Cup" ist nämlich das Volumen von 225 ml Wasser, und das kann man dann entsprechend verwenden. (In grösseren Läden sind zudem auch genormte Cup-Massbecher erhältlich.)

Die Zutaten sind mit einigen wenigen Ausnahmen generell im Supermarkt oder Bioladen/ Reformhaus locker zu bekommen. Einige wenige Dinge sind derart exotisch, dass man sie hier kaum bekommt. Das kreide ich den Autorinnen aber nicht an, denn ich habe es so verstanden, dass diese Dinge in den USA sehr oft sehr verbreitet sind. Dass sie in Europa nicht erhältlich sind, dafür können die amerikanischen Autorinnen ja nichts. Ein Beispiel dafür wäre das Gemüse "Jicama", dass es in Europa nicht gibt (oder zumindest in meiner Stadt nicht.) Einiges weniges bekam ich auch im Asialaden. Es werden aber auch Alternativen angegeben, falls nötig.
Bei einigen Produkten betreiben die Autorinnen zudem Warenkunde. So erklären die Autorinnen beispielsweise ausführlich, was unter "French Lentils" zu verstehen sei. Das fand ich dann eher niedlich. Negative Punkte gibt es nur für den Flüssigrauch. Den kriege ich hier wirklich nirgends, wird aber gerade bei Moskovitz' Rezepten sehr oft eingesetzt (mehr dazu auch in Rezensionen ihrer zwei anderen Bücher). Fairerweise muss ich aber sagen: die Gerichte schmecken auch ohne Flüssigrauch gut.
(Anmerkung 2016: Mittlerweile haben sich in der Schweiz mehrere Flüssigrauch-Quellen aufgetan. Ich leide nicht mehr unter akutem Liquid-Smoke-Mangel.) 

Die Zeitangaben stimmen generell gut überein mit den Vorschlägen. Meistens war ich auch eher etwas schneller. Die Reihenfolge der Arbeitsschritte ist nachvollziehbar und passt gut. Man hat keine unnötigen Wartezeiten.

Nachgekochte Rezepte
Im Rahmen meiner extensiven veganen Kochbuchchallenge (im Jahr 2013) habe ich einige Rezepte aus dem Veganomicon nachgekocht. Da ich das Buch aber seit April 2012 besitze, habe ich vieles bereits vorher nachgekocht, ohne ein Foto zu machen. Mein Schwerpunkt beim Nachkochen lag aufgrund meiner Weight-Watchers-Karriere eher bei den salzigen Hauptspeisen und kleinen Dips, weniger auf Broten, Cookies, Fettigem und Kuchen. Die Rezepte bewegten sich zu einem grossen Teil in der eigenen Bewertung zwischen 4 und 5 Sternen. Nach dem Fazit kann man lesen, welche Rezepte ich alle nachgekocht habe bis zum heutigen Tag.

Lieblingsrezept(e): Cholent, Lemony Roasted Potatoes, Tempeh Shepherdess Pie

Fazit
Das Veganomicon erfüllt, wie ich in der Einleitung geschrieben habe, seine prophezeite Rolle als vegane Kochbuchbibel durchaus. Eine tolle Vielfalt an Aromen, Rezepten und Genüssen, die sich in den meisten Fällen als sehr lecker herausgestellt haben.
Die Rezepte sind gut getestet, gut beschrieben und funktionieren von ihren Arbeitsschritten und ihrer Zeitdauer her gut. Die Zutaten sind zu einem grossen Teil leicht erhältlich oder ersetzbar. Mit dem ausfürhlichen Einstieg in die Zubereitungsarten und der Einführung in einen veganen Vorratsschrank, der Abdeckung sämtlicher möglicher Koch-Lebenslagen stellt das Veganomicon meiner Meinung nach der perfekte Kochbuch-Einstieg für vegane Neulinge dar, die sich in der Küche bereits einigermassen auskennen.
Totale Kochnoobs könnten von gewissen Rezepten und vor allem den fehlenden Bildern leicht bis mittelschwer überfordert sein. Da das Buch jetzt auch in Deutsch erhältlich ist, gibt es meiner Meinung nach nichts anders zu sagen als: Klare Kaufempfehlung. Das Buch hat sich zu meinem Lieblingskochbuch gemausert, und da wird es vermutlich auch noch eine Weile bleiben. Rating: 5 von 5 Sternen.
(Anmerkung 2016: Die deutsche Übersetzung soll offenbar nicht so gut sein. Beim Kauf eventuell auf spätere Auflagen achten.)

Cheers!
Rose

Getestete Rezepte:
White Bean Aioli, A Hummus Recipe, Lower-fat Cauliflower Hummus, Guacamole, Blue Flannel Hash, Corn and Edamame Sesame Salad, Lentil Salad, Brooklyn Deli Macaroni Salad, Black Bean Burgers, Lemony Roasted Potatoes, Broccoli Polenta, Chickpea-Quinoa-Pilaf, Fresh Dill-Basmati Rice with Chard and Chickpeas, Tomato Couscous with Capers,  Saffron Garlic Ric,e Chickpeas Romesco, Basic Broiled Tofu, Curried Tofu, Simple Seitan, Seitan Cutlets, Chickpea Cutlets, Broccoli-Potato Soup with Fresh Herbs, Chickpea-Noodle Soup, Porcini-Wild Rice Soup, Double Pea Soup with Roasted Red Peppers, French Lentil Soup with Tarragon and Thyme, Midsummer Corn Chowder with Basil, Tomato and Fennel, Roasted Yellow Pepper and Corn Bisque, Smoky Red Peppers'n'Beans Gumbo, Seitanic Red and White Bean Jambalaya, Leek and Bean Cassoulet, Lentils and Rice with Caramelized Onions, Tomato and Roasted Eggplant Stew with Chickpeas, Braised Seitan with Brussels, Kale, and Sun-Dried Tomatoes Cholent, Parsnip Chips, Red Lentil-Cauliflower Curry, Spaghetti and Beanballs, Spicy Tempeh and Broccoli Rabe with Rotelle, Spinach Linguine with Basil-Cilantro Pesto and Artichockes, Mushroom Gravy, Jalapeno-Corn-Gravy, Lemon Bars, Samosa Stuffed Baked Potatoes, Creole Stuffed Peppers, Chestnut-Lentil-Paté, Herb-Scalloped Potatoes, Soft Poppy-Seed Polenta, Mexican Mille, Messy Rice, Rustic White Beans and Mushrooms, Tamarind Lentils, Black Bean-Vegetable Soup, Lime Creme, Tomato-Rice-Soup with Roasted Garlic and Navy Beans, Hot and Sour Soup with Wood Ears and Napa Cabbage, Tempeh Shepherdess Pie, Plantain and Pinto Stew, Spicy Tempeh and Broccoli Rabe with Rotelle, Pasta della California